Nicholas Sutton
Nicholas Sutton

21.02.2020

Tennessee: Nicholas Sutton hingerichtet

 

Am Donnerstagabend hat der US-Bundesstaat Tennessee den 58-jährigen Nicholas Todd Sutton auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er 1985 einen Mitgefangenen erstochen hat. Sutton verbüßte zu der Zeit eine lebenslange Haftstrafe für drei vorherige Tötungsdelikte, darunter die Ermordung seiner Großmutter. Ein Gnadengesuch wurde durch den Gouverneur von Tennessee abgelehnt, obwohl sich sogar Vollzugsbeamte und Opferangehörige gegen die Hinrichtung aussprachen. Sutton habe im Gefängnis mehrere Menschenleben gerettet, darunter allein das von drei Gefängniswärtern. In seinen letzten Worten dankte er seiner Frau und Gott: "Ich hoffe, dass ich es im nächsten Leben machen werde. Vertraut immer auf Jesus Christus. Er kann alles in Ordnung bringen. Unterschätzt niemals seine Fähigkeiten. Er hat mein Leben durch meine Beziehungen zu Familie und Freunden sinnvoll und fruchtbar gemacht. Deshalb gehe ich selbst aus meinem Tod als Gewinner hervor." Sutton hatte wie bereits mehrere Häftlinge vor ihm in Tennessee statt der Giftspritze den elektrischen Stuhl gewählt.

13.02.2020

Oklahoma will Hinrichtungen wieder aufnehmen

 

Der US-Bundesstaat Oklahoma will wieder Hinrichtungen mit der Giftspritze vollstrecken. Es sei eine "zuverlässige Versorgung" mit Medikamenten gefunden worden, um die Hinrichtungen wieder aufzunehmen, erklärten der Gouverneur, der Justizminister und der Leiter der Gefängnisbehörde. Erste Termine können demnach in rund fünf Monaten beantragt werden. Fünf Jahre ist es her, dass in Oklahoma der letzte Todeskandidat hingerichtet wurde. Damals wurde ein Mittel eingesetzt, das für eine Exekution gar nicht vorgesehen war. Viele Bundesstaaten haben zunehmend Schwierigkeiten, Todeskandidaten mit der Giftspritze hinzurichten. Denn viele Pharmakonzerne wollen nicht mehr, dass mit ihren Substanzen getötet wird, und weigern sich, Wirkstoffe zu liefern. Auch Oklahoma hatte solche Beschaffungsprobleme. Der Gouverneur dankte der Gefängnisbehörde für die "unermüdliche Suche", die Substanzen aus verlässlicher Quelle zu bekommen. "Dank dieser Anstrengungen können wir den Opfern endlich sagen, dass ihr Warten auf Gerechtigkeit fast vorüber ist", erklärte er. Verwendet werden sollen künftig die Stoffe Midazolam, Vecuronium und Kaliumchlorid.

Abel R. Ochoa
Abel R. Ochoa

06.02.2020

Texas: Abel Ochoa hingerichtet

 

Am Donnerstagabend wurde in Huntsville im US-Bundesstaat Texas der 47-jährige Abel Revill Ochoa mit einer tödlichen Injektion, einer Überdosis Pentobarbital, hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im August 2002 im Drogenrausch fünf seiner Familienmitglieder erschossen hatte, seine Frau (32), zwei Töchter (7 Jahre bzw. 9 Monate), seinen Schwiegervater (56) und eine Schwägerin (20). Eine weitere Schwägerin (27) überlebte schwer verletzt. Ochoa war schwer drogenabhängig und gab bis zu 300 Dollar wöchentlich für Crack-Kokain aus. Zehn Tage vor der Tat hatte er keine Drogen genommen, um von der Sucht loszukommen, als er rückfällig wurde und - wie ein Psychiater bestätigte - in einem von der Droge verursachten Delirium das Verbrechen beging. In seinen letzten Worten dankte er zunächst Gott für seine Rettung und bat dann die Familie seiner Frau um Vergebung: "Ich liebe euch alle und betrachte euch als meine Schwestern, die ich nie hatte. Ich möchte euch danken, dass ihr mir vergebt."

05.02.2020

Indien: Verfügung gegen langen Aufschub von Hinrichtungen der Gruppenvergewaltiger

 

Nach der zweimaligen Verschiebung ihrer Hinrichtung haben die vier Vergewaltiger einer Studentin in Neu Delhi laut einer Gerichtsentscheidung nun nur noch eine Woche Zeit, um die letzten Rechtsmittel gegen die Vollstreckung der Todesstrafe auszuschöpfen. Es sei "unbestreitbar", dass die vier Verurteilten versucht hätten, die Vollstreckung ihrer Strafe mit "Verzögerungstaktiken" zu behindern, urteilte ein Richter in Neu Delhi am Mittwoch. Die vier Verurteilten sollen zusammen gehängt werden. Die Hinrichtung war zunächst für den 22. Januar und dann für den 1. Februar angesetzt worden. Kurz vor dem zweiten Termin wurde sie aber erneut verschoben, dieses Mal auf unbestimmte Zeit. Die vier Männer waren im September 2013 zum Tode verurteilt worden, weil sie Ende 2012 mit zwei weiteren Männern eine 23-jährige Studentin brutal vergewaltigt hatten. Sie starb 13 Tage später an ihren Verletzungen. Die Gruppenvergewaltigung hatte landesweit und auch international für Entsetzen gesorgt. Zehntausende Menschen in Indien demonstrierten gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen, die Regierung verschärfte die Strafen für Vergewaltigungen. Die Todesstrafe wird in Indien nur selten vollstreckt, zuletzt im Jahr 2015.

04.02.2020

China: Todesstrafe für absichtliche Verbreitung des Corona-Virus

 

Die Behörden in China gehen mit teils drastischen Mitteln gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit vor: Die Polizei nahm der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge eine Frau fest, die den Kontakt mit einer Person aus einem vom Corona-Virus betroffenen Gebiet "absichtlich verschleiert" haben soll. Die 36-Jährige befindet sich in der nördlichen Gemeinde Tianjin in Untersuchungshaft. Es gibt zunächst keine Details darüber, ob oder wann sie freigelassen wird. Ein Höchstgericht in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang sagt, dass laut einer Gerichtsmitteilung vom 31. Januar Menschen, die das Virus absichtlich verbreiten, die Todesstrafe drohen könnte.

01.02.2020

Ägypten: 37 Todesurteile wegen Terrorismus

 

Das Strafgericht von Kairo hat am Samstag beschlossen, den Fall von 37 Kämpfern der Terrormiliz "Beit Ansar al-Makdis" dem Mufti des Landes zu übergeben, um die Todesstrafe für 54 Straftaten zu genehmigen. Geleitet wurde die Gruppierung, die sich später dem "Islamischen Staat" anschloss, von Hisham al Ashmaui. Ägyptische Medien haben ihn als den "gefährlichsten Terroristen des Landes" bezeichnet. Zunächst waren 208 Personen in den Fall verwickelt, Strafen wurden gegen 37 von ihnen verhängt. Den Terrorkämpfern würden unter anderem die Ermordung von prominenten Polizeibeamten, Bombenanschläge in Kairo, auf Moscheen und andere Gebäude sowie Raubüberfälle vorgeworfen. Darüber hinaus sollen sie versucht haben, den ehemaligen ägyptischen Innenminister  Muhammad Ibrahim zu ermorden. Ende November verurteilte  das  Militärgericht in Ägypten Ashmaui zum Tod durch den Strang.

Nachrichten des Vormonats finden Sie im Archiv: Januar 2020