
26.06.2026
Florida: Dusty Ray Spencer hingerichtet
Am Donnerstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 74-jährige Dusty Ray Spencer mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Januar 1992 seine Ehefrau erstochen hatte. Der Tat vorausgegangen waren in den Wochen zuvor diverse Zwischenfälle, gekennzeichnet von Gewalt und Drohungen. In seinen letzten Worten erklärte Spencer: "Es tut mir leid, es tut mir leid für die Familie. In deine Hände befehle ich meinen Geist und meine Seele. Ich bin auf dem Weg, Herr. Ich bin auf dem Weg. Amen." Die Organisation "Floridians for Alternatives to the Death Penalty" (FADP) weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass sich mit der nicht zu verharmlosenden tragischen Tat Spencers einmal mehr der Kreislauf von Gewalt fortsetzte, was sie nicht entschuldige, aber erkläre: "Als Kind wurde Dusty von seinem Vater – genau der Person, die ihn eigentlich hätte beschützen sollen – sexuell missbraucht, regelmäßig gedemütigt und terrorisiert." Als junger Teenager habe er sich daher in Alkohol- und Drogenmissbrauch geflüchtet, um damit fertig zu werden. "Tragischerweise wurde Dusty nie beigebracht, wie ein liebevoller, stabiler und beschützender Partner und Vater sein sollte. Infolgedessen wiederholte er das, was er selbst erlebt hatte, und setzte den Kreislauf der Gewalt gegenüber seiner Frau Karen und Karens Sohn Tim fort." FADP betont, Spencer habe sich in den über drei Jahrzehnten im Todestrakt positiv entwickelt: "Wie viele andere, die jahrzehntelang im Gefängnis saßen, hatte sich Dusty grundlegend verändert. Nachdem sein Körper und sein Geist endlich von Alkohol und Drogen befreit waren, wandte er sich der Freundschaft und dem Glauben mit den Menschen um ihn herum zu." In den Augen der Gegner der Todesstrafe ist Dusty Ray Spencers Fall nicht nur aufgrund seines hohen Alters brisant - er ist der älteste Todestraktinsasse, der in den vergangenen 100 Jahren in Florida hingerichtet wurde. Hinzu kommt, dass das Todesurteil mit nur sieben Stimmen der zwölfköpfingen Jury gefällt wurde. Fünf Geschworene stimmten für eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit der Bewährung. Nach heutigen gesetzlichen Vorschriften kann landesweit niemand unter diesen Umständen zum Tod verurteilt werden, weil häufig ein einstimmiges Votum erforderlich ist. Selbst in Florida sind wenigstens acht Stimmen nötig - nach aktuellen Maßstäben käme für Spencer heute demzufolge kein Todesurteil in Frage.
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24.06.2026
Ohio: Gouverneur Mike DeWine wandelt erstmals Urteil eines Todestraktinsassen um
Als der Gouverneur des US-Bundesstaates Ohio, Mike DeWine, wenige Tage zuvor die Abgeordneten dazu aufrief, die Todesstrafe in Ohio abzuschaffen, wollte er den Reportern nicht sagen, ob er einen der über 100 zum Tod Verurteilten begnadigen würde. Drei Wochen zuvor hatte DeWine dies jedoch stillschweigend für Gregory Lott getan, einen Mann mit geistiger Behinderung. Der mittlerweile 64-jährige Lott wird den Rest seines Lebens ohne Bewährung im Gefängnis verbringen, weil er 1986 bei einem Einbruch in East Cleveland einen 82-jährigen Mann in Brand gesetzt hatte. Die Umwandlung des Todesurteils ist die erste, die DeWine in seinen acht Jahren als Gouverneur ausgesprochen hat, und stellt zusammen mit seinem Aufruf zur Abschaffung der Todesstrafe die letzten Schritte in seiner fünf Jahrzehnte währenden Entwicklung vom Befürworter der Todesstrafe zum Skeptiker dar. Die Entscheidung gab einen Einblick darin, wie er seine Begnadigungsbefugnis in den letzten Tagen seiner letzten Amtszeit nutzen könnte. DeWine unterzeichnete am 27. Mai den Erlass zur Umwandlung von Lotts Strafe und führte dabei die Gründe für die Begnadigung auf: Die Familie des Opfers hatte erklärt, ihr Glaube würde eine Tötung nicht gutheißen, die Bewährungskommission hatte 2020 Milde empfohlen und die Staatsanwaltschaft hatte ihre Einwände fallen gelassen. Zweimal während DeWines Amtszeit als Gouverneur war Lotts Hinrichtung verschoben worden, zwei weitere Male bereits vorher. Der erste Aufschub erfolgte 2002, kurz nachdem der Oberste Gerichtshof der USA entschieden hatte, dass die Hinrichtung von Menschen mit geistiger Behinderung eine verfassungswidrige, grausame und ungewöhnliche Strafe darstellt. Im Jahr 2014 verpfuschte der Staat die Hinrichtung von Dennis McGuire. Als Reaktion darauf setzte der damalige Gouverneur John Kasich alle anstehenden Hinrichtungen aus. Vor allem aber wollte die Familie des Opfers nicht, dass Lott stirbt. Als ehemaliger Bezirksstaatsanwalt hat DeWine eine lange Geschichte im Zusammenhang mit der Todesstrafe, sowohl in Ohio als auch in Washington. Er war Mitinitiator des parteiübergreifenden Gesetzentwurfs, der 1981 die Todesstrafe in Ohio wieder einführte. Im Kongress stimmte er dafür, den Kreis der mit der Todesstrafe bedrohten Bundesverbrechen zu erweitern und Hinrichtungen zu beschleunigen. Als Generalstaatsanwalt des Bundesstaates verteidigte er vor Gericht das Gesetz zur Todesstrafe in Ohio und erwirkte in vielen Mordfällen Anklagen wegen Kapitalverbrechen. Doch in diesem Monat, nach mehr als 300 Todesurteilen und 56 Hinrichtungen im Laufe des vergangenen halben Jahrhunderts, positionierte sich DeWine als Skeptiker. In einem Interview mit NPR wurde DeWine gefragt, ob er mit der Entscheidung leben könne, sein Amt niederzulegen, ohne die Todesurteile umzuwandeln, die er nun ablehnt. "Darauf werde ich heute einfach nicht eingehen", sagte er lachend, obwohl er Fragen normalerweise nicht ausweicht.
23.06.2026
Saudi-Arabien: Fast 100 Hinrichtungen in der ersten Jahreshälfte
Die saudischen Behörden haben in diesem Jahr bisher fast 100 Menschen hingerichtet, darunter mindestens 61 wegen Drogendelikten; die jüngste Hinrichtung fand am 18. Juni statt. Dazu erklärte Dana Ahmed, Nahost-Expertin bei Amnesty International, heute: "Das Jahr ist zur Hälfte vorbei, und Saudi-Arabien hat bereits fast 100 Menschen hingerichtet – ein düsterer Meilenstein, der den skrupellosen und rechtswidrigen Einsatz der Todesstrafe durch die Behörden offenbart. Von den 96 Menschen, die im Jahr 2026 bislang hingerichtet wurden, waren erstaunliche 61 wegen Drogendelikten verurteilt; 39 von ihnen waren ausländische und 22 saudische Staatsangehörige." Es sei zutiefst beunruhigend, dass mindestens 63 äthiopische Staatsangehörige, die in einer einzigen Abteilung der Haftanstalt Khamis Mushait im Südwesten Saudi-Arabiens festgehalten würden, möglicherweise unmittelbar von der Hinrichtung bedroht seien – allein wegen drogenbezogener Straftaten. Die Hinrichtungswelle in Saudi-Arabien spiegele einen gefährlichen globalen Trend wider, bei dem eine repressive Drogenpolitik zunehmend zur Anwendung der Todesstrafe führe. Saudi-Arabien gehört nach wie vor zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Amnesty International verzeichnete allein im Jahr 2025 mindestens 356 Hinrichtungen, was einer Verdopplung der entsprechenden Zahl für 2024 entspricht.
22.06.2026
USA: Zahl der Todestraktinsassen sinkt erstmals unter 2000 seit den 80er Jahren
Die Zahl der zum Tod Verurteilten in den USA ist laut dem jüngsten Bericht über nationale Trends bei der Todesstrafe, der vom Bürgerrechts-Thinktank Thurgood Marshall Institute (TMI) des Legal Defense Fund (LDF) veröffentlicht wurde, zum ersten Mal seit den 1980er Jahren unter 2000 gesunken. Die Frühjahrsausgabe 2026 von "Death Row U.S.A.", die Daten auf Bundes- und Einzelstaatsebene zu der Zahl der zum Tode Verurteilten, Hinrichtungen, der ethnischen Zugehörigkeit und dem Geschlecht der Opfer in Hinrichtungsfällen sowie zu den Auswirkungen von Moratorien und gerichtlichen Aufhebungen erfasst, zeigt, dass die Zahl der zum Tod Verurteilten landesweit derzeit bei 1993 liegt – ein Rückgang um 47 % gegenüber dem Höchststand von 3726 im Januar 2001. Die derzeitige Zahl der zum Tod Verurteilten ist die niedrigste, die in den mehr als 50 Jahren der Beobachtung durch den LDF seit Dezember 1987 verzeichnet wurde, als 1982 Inhaftierte der Hinrichtung entgegenblickten. "Die Daten sprechen eine klare Sprache: Die Todesstrafe ist nicht mehr tragfähig", sagt Robert Dunham, Direktor des Death Penalty Policy Project und ehemaliger Direktor des Death Penalty Information Center. "Die Zahl der neuen Todesurteile befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Es verlassen dreimal so viele Menschen die Todeszelle, wie neu in sie aufgenommen werden. Die Todesstrafe weist alle Anzeichen einer gescheiterten und auslaufenden staatlichen Politik auf." Die Fälle der Todesstrafe in den USA sind geprägt von rassistischen Vorurteilen, unzureichender Rechtsberatung, Fehlurteilen und der unverhältnismäßigen Verhängung der Strafe gegen Angeklagte mit erheblichen geistigen Behinderungen und schweren psychischen Erkrankungen. Seit 1976 entfielen 76 % der Hinrichtungen auf Morde an weißen Opfern, obwohl etwa die Hälfte aller Mordopfer in den USA Schwarze oder Latinos sind. Schwarze machen 40 % der Insassen in der Todeszelle aus, obwohl sie nur etwa 11,7 % der Gesamtbevölkerung ausmachen.
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22.06.2026
Kuwait: Fünf Hinrichtungen wegen Mordes
Kuwait hat fünf Männer hingerichtet, die wegen Mordes und anderer schwerer Verbrechen verurteilt worden waren, nachdem ihre Todesurteile von den höchsten Gerichten des Landes bestätigt und vom Emir ratifiziert worden waren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Hinrichtungen erfolgten durch Erhängen im Zentralgefängnis, nachdem alle rechtlichen Verfahren abgeschlossen waren, wie aus einer von lokalen Medien verbreiteten Erklärung hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft erklärte, den Verurteilten seien während des gesamten Ermittlungs- und Gerichtsverfahrens alle verfassungsmäßigen Garantien gewährt worden, einschließlich des Rechts auf Verteidigung und Berufung. Die Fälle durchliefen alle Instanzen, einschließlich der Überprüfung durch das Berufungsgericht und das Kassationsgericht, bevor die Urteile vom Emir bestätigt wurden. Zu den Hingerichteten gehören drei kuwaitische Staatsangehörige, ein ägyptischer Staatsangehöriger und ein staatenloser Einwohner. Unter ihnen befand sich ein Kuwaiter, der wegen vorsätzlichen Mordes an einem Polizeibeamten im Jahr 2021 verurteilt worden war. Ein weiterer Kuwaiter wurde wegen eines Falles aus dem Jahr 2023 zum Tod verurteilt, bei dem es um Entführung, vorsätzlichen Mord, Freiheitsberaubung, Drogenbesitz sowie den illegalen Besitz einer Schusswaffe und von Munition ging. Der ägyptische Staatsangehörige wurde in einem Fall aus dem Jahr 2024 wegen Entführung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung einer Frau verurteilt. Der staatenlose Einwohner wurde in einem Fall aus dem Jahr 2021 wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt, während die fünfte Hinrichtung einen Kuwaiter betraf, der wegen eines im Jahr 2017 begangenen Mordes verurteilt worden war.
21.06.2026
Jordanien: Sechs Hinrichtungen - erstmals seit neun Jahren wieder Todesurteile vollstreckt
Jordanien hat am Sonntag sechs Männer gehängt, die wegen der Tötung von Sicherheitskräften verurteilt worden waren, wie ein Regierungsvertreter mitteilte. Damit endete ein neunjähriges Moratorium (Hinrichtungsstopp) für die Vollstreckung der Todesstrafe. Regierungssprecher Mohammad Momani erklärte in einer Stellungnahme, die Männer seien in "Terrorismus- und Strafverfahren" verurteilt worden, die zum Tod und zur Verwundung von Polizisten und Soldaten geführt hätten. Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Roya News wurden die Hinrichtungen am Sonntag im Morgengrauen vollstreckt. Zwei der Männer waren laut Angaben der jordanischen Regierung an einem Fall aus dem Jahr 2018 in der Stadt Salt beteiligt, bei dem sechs Sicherheitskräfte während einer Razzia getötet wurden. Ein weiterer Mann wurde wegen der Tötung eines hochrangigen Polizeibeamten während Protesten gegen die Kraftstoffpreise im Jahr 2022 verurteilt. Andere wurden in Drogenfällen verurteilt, bei denen zwischen 2014 und 2018 Sicherheitskräfte bei bewaffneten Zusammenstößen getötet wurden. Momani sagte, dass in Jordanien weiterhin mehr als 100 Menschen in der Todeszelle sitzen und dass die Hinrichtungen "eine nach der anderen" vollzogen würden. Er fügte hinzu, die Urteile seien vollstreckt worden, um "denen, die beim Schutz des Landes" ums Leben gekommen seien, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Der Regierungssprecher ging nicht näher darauf ein, warum diese Urteile nach einer neunjährigen Pause bei den Hinrichtungen vollstreckt wurden. Jordanien wendet die Todesstrafe nur selten an, hauptsächlich in Fällen von Terrorismus und schwerer Gewaltkriminalität, und hat zuletzt im Jahr 2017 fünfzehn Menschen durch den Strang hingerichtet.
16.06.2026
Ohio: Republikanischer Gouverneur fordert Abschaffung der Todesstrafe
Mike DeWine, der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Ohio, forderte seinen Staat dazu auf, die Todesstrafe abzuschaffen, und verwies dabei auf Daten, die seiner Meinung nach belegen, dass sie keine abschreckende Wirkung mehr auf Gewaltverbrechen habe. "Ich glaube nicht mehr daran, dass die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung auf Mord hat", sagte er. "Die moralische Rechtfertigung, die ich hatte, um für die Todesstrafe zu stimmen, existiert schlichtweg nicht mehr." DeWine forderte den Gesetzgeber auf, die Todesstrafe abzuschaffen oder es den Bürgern von Ohio zu überlassen, über diese Frage abzustimmen. Der Gouverneur erklärte, dass zwar einige Angehörige der Opfer die Vollstreckung der Todesstrafe wünschen, andere aber aus verschiedenen Gründen, darunter auch religiöse, Einwände dagegen hätten. DeWine hat seit seinem Amtsantritt keine Hinrichtung mehr genehmigt. Mehrfach hat er geplante Hinrichtungen verschoben und dabei Schwierigkeiten bei der Beschaffung der für die Hinrichtung erforderlichen Medikamente angeführt. "Der wichtigste Weg, die Öffentlichkeit zu schützen, besteht darin, gewalttätige Straftäter einzusperren und sie aus der Gesellschaft fernzuhalten", sagte DeWine. "Das ist ein bewährter Weg, um Leben zu retten und unsere Bürger zu schützen." Geld und Energie seien viel besser auf diese Weise eingesetzt als für die Todesstrafe. Der mittlerweile ehemalige Generalstaatsanwalt von Ohio, Dave Yost, der diesen Monat zurücktrat, um eine Stelle bei einer gemeinnützigen Organisation anzutreten, hatte die Wiederaufnahme der Hinrichtungen in Ohio gefordert und die Aussetzung als "Verhöhnung" der Opfer bezeichnet. Mike DeWine hat sich jahrelang stillschweigend gegen die Todesstrafe in Ohio eingesetzt, ohne dies jemals laut auszusprechen – vor allem, indem er dafür sorgte, dass in den mehr als sieben Jahren seiner Amtszeit als Gouverneur niemand hingerichtet wurde. Aktivisten gegen die Todesstrafe wertschätzen seine klare Stellungnahme und wünschen sich, DeWine würde noch einen entscheidenden Schritt weitergehen und dem Beispiel anderer folgend die Todesurteile seines Bundesstaates in Haftstrafen umwandeln. In Ohio sitzen 113 Menschen in der Todeszelle. Der Gouverneur hat die alleinige Befugnis, dies zu tun. Die Abgeordneten, die nicht vorhaben, seiner Forderung nach Abschaffung der Todesstrafe nachzukommen, können ihn nicht daran hindern, Urteile umzuwandeln. Allerdings sieht die Gesetzeslage in Ohio vor, dass jedem Gefangenen zuvor eine Anhörung vor dem Gnadenausschuss gewährt werden muss, selbst wenn der Gouverneur dessen Empfehlung nicht folgen sollte. Das könnte ein organisatorisches Problem darstellen im Hinblick auf die wenigen noch verbleibenden Monate von DeWines Amtszeit.
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Why didn’t ... DeWine commute all death sentences during his big announcement?
I watched Ohio's last execution. Here's what it was like
Attorney general supports Ohio's death penalty though DeWine, ... , wants it ended
16.06.2026
Iran: Weitere Hinrichtungen im Zusammenhangen mit Protesten
Die iranischen Behörden haben zwei Männer hingerichtet, nachdem sie wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an regierungsfeindlichen Protesten, die im Januar ihren Höhepunkt erreichten, verurteilt worden waren, teilte die Justiz mit. "Die Todesurteile gegen Javad Zamani und Abolfazl Saedi, die bewaffneten Anführer des Putschversuchs vom Januar 2026, wurden vollstreckt", berichtete das offizielle Sprachrohr der Justiz, Mizan Online. Die Hinrichtungen erfolgten, nachdem die beiden wegen "Moharebeh" – Krieg gegen Gott – und "Korruption auf Erden" verurteilt worden waren, beides Kapitalverbrechen. Sie wurden der "vorsätzlichen Zerstörung von öffentlichem und privatem Eigentum mit der Absicht, sich dem System der Islamischen Republik Iran entgegenzustellen" für schuldig befunden, so Mizan. Der Iran hat in den letzten Wochen die Hinrichtungen von Verurteilten verstärkt, denen vorgeworfen wird, im Auftrag Israels und der Vereinigten Staaten gehandelt zu haben, die Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet hatten, welche einen größeren regionalen Konflikt auslösten. Viele der Hinrichtungen betrafen Personen, die mit Protesten in Verbindung standen, die vor dem Krieg ausgebrochen waren und von den iranischen Behörden als "von ausländischen Kräften angezettelte Unruhen" bezeichnet wurden. Laut Menschenrechtsorganisationen richtet der Iran jährlich mehr Menschen hin als jedes andere Land außer China. Rechnet man die Hinrichtungszahlen auf die Einwohnerzahl um, ist Iran weltweit alleiniger Spitzenreiter.
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12.06.2026
Alabama: Jeffery Lee NICHT mit Stickstoff hingerichtet
Der 49-jährige Jeffery James Lee sollte am Donnerstag im US-Bundesstaat Alabama per Stickstoff-Hypoxie hingerichtet werden. Mehrere Gerichte schoben der Hinrichtungsmethode im Fall Lee im letzten Moment einen Riegel vor, und zwar aufgrund des Risikos einer "grausamen und ungewöhnlichen Bestrafung", die verfassungsgemäß verboten ist. Rund drei Stunden nach dem geplanten Hinrichtungstermin lehnte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten am späten Donnerstag den Antrag Alabamas ab, einen Mann mittels Stickstoffgas hinzurichten, nachdem zwei Urteile untergeordneter Gerichte diese Methode bereits in den vergangenen Tagen untersagt hatten. Der Bundesstaat hatte nur wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung einen Eilantrag gestellt, um die Verbote der Hinrichtungsmethode der untergeordneten Gerichte durch den US Supreme Court aufheben zu lassen. Doch dieser bestätigte mit 6 zu 3 Stimmen das Verbot von District und Circuit Court. Lee, der wegen des Mordes an zwei Menschen bei einem Raubüberfall auf ein Pfandhaus im Jahr 1998 verurteilt wurde, bleibt damit die Hinrichtung durch Stickstoff erspart, doch der Staat kann weiterhin andere Methoden anwenden, und es ist unklar, wie schnell er eine Entscheidung für eine tragfähige Alternative fällen und einen neuen Hinrichtungstermin für Jeffery Lee ansetzen wird. In Alabama sind drei Methoden für die Vollstreckung von Todesurteilen vorgesehen: tödliche Injektion, elektrischer Stuhl oder Stickstoff, unter denen der Betroffene zu wählen hat. Lee hatte sich vor Jahren für Stickstoff entschieden, eine zur damaligen Zeit noch völlig unerprobte Methode. Inzwischen wurde sie seit Januar 2024 siebenmal in Alabama und einmal in Louisiana angewandt und aufgrund von Augenzeugenberichten ist offensichtlich, dass die Delinquenten über einen längeren Zeitraum bei Bewusstsein folterähnlich ersticken. Dass die Methode "schnell zum Tod führe" und der Vorgang "human, schmerzfrei, wirksam und zuverlässig" sei, wie deren Befürworter behaupten, davon könne keinesfalls die Rede sein. Im vergangenen Jahr legte Lee daher Rechtsmittel gegen das Stickstoffprotokoll ein und beantragte stattdessen die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando, eine in Alabama nicht zulässige Methode. Lees Anwaltsteam hat zudem Gouverneurin Ivey gebeten, sein Urteil umzuwandeln, unter anderem weil ein Richter Lee im Jahr 2000 zum Tod verurteilte, obwohl eine Mehrheit von 7 zu 5 der Geschworenen stattdessen für lebenslange Haft ohne Bewährung gestimmt hatte. Diese als "judicial override" bekannte Praxis, nach der ein Richter das Urteil der Geschworenen überstimmen konnte, wurde 2017 in Alabama verboten, doch frühere Fälle wie der von Lee fielen nicht darunter.
06.06.2026
USA: Militär bereitet sich für Hinrichtungen vor
Laut einem internen Planungsdokument, das den Medien vorliegt, bereitet sich die Armee darauf vor, die Hinrichtungen der vier zum Tod verurteilten Militärangehörigen durchzuführen, sollte der Präsident dies anordnen. Sollte es dazu kommen, wäre es das erste Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert, dass das Militär verurteilte amerikanische Häftlinge hinrichtet. Der Plan mit dem Namen "Operation Resolute Justice", der im Februar intern herausgegeben wurde, weist Armeeangehörige an, sich mit dem Federal Bureau of Prisons abzustimmen, um die zum Tod verurteilten Häftlinge in die Bundesvollstreckungsanstalt in Terre Haute, Indiana, zu verlegen, wo das Justizministerium während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump eine beispiellose Reihe von nicht-militärischen Bundesvollstreckungen durchgeführt hat. Das Militär hat seit 1961 keinen Soldaten mehr hingerichtet. Der interne Plan der Armee weist mehrere Armeekomponenten an, sich auf Hinrichtungen vorzubereiten und diese "spätestens 150 Tage nach dem Datum der Genehmigung der Todesurteile durch den Präsidenten" durchzuführen, wobei Zeitpläne für Besprechungen und Verfahren zur Durchführung von Hinrichtungen festgelegt werden, sollte der Präsident diese genehmigen. Zwar können Militärgerichte Todesurteile verhängen, doch ist die Zustimmung des Präsidenten erforderlich, bevor eine Hinrichtung vollstreckt werden kann. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Bitte der Medien um Stellungnahme zu der Frage, ob Trump beabsichtige, die Hinrichtung eines der zum Tode verurteilten Militärangehörigen zu genehmigen. Trump hat seine zweite Amtszeit genutzt, um die Anwendung der Todesstrafe durch die Bundesregierung wiederzubeleben. An seinem ersten Tag nach seiner Rückkehr ins Amt unterzeichnete er eine Durchführungsverordnung, die das Justizministerium anwies, die Todesstrafe wieder aufzunehmen und ihre Anwendung energischer voranzutreiben, nachdem die Biden-Regierung die Hinrichtungen auf Bundesebene ausgesetzt hatte. Im April kündigte das Justizministerium weitere Maßnahmen an, die darauf abzielen, die Vollstreckung von Hinrichtungen zu beschleunigen, darunter die Ausweitung zugelassener Methoden wie der Tod durch Erschießungskommando.
04.06.2026
Iran: Mindestens 80 Hinrichtungen im Mai, davon 17 politische Gefangene
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurden im Mai 2026 in Gefängnissen im gesamten Iran mindestens 80 Gefangene hingerichtet, darunter 17 aus politischen Gründen Inhaftierte. Hengaw hat die Identität von 76 der Hingerichteten überprüft, während die Identität von vier weiteren Personen noch untersucht wird. Von den 80 im Laufe des Monats registrierten Hinrichtungen wurden nur 15 Fälle, etwa 19 %, offiziell von den iranischen Staatsmedien oder justiznahen Medien bekannt gegeben. Darüber hinaus wurden mindestens 19 Gefangene heimlich hingerichtet, ohne vorherige Benachrichtigung ihrer Familien oder die Möglichkeit eines letzten Besuchs. Im Mai wurden mindestens 17 politische Gefangene, darunter vier Kurden und zwei ausländische Staatsangehörige, unter anderem wegen Moharebeh ("Krieg gegen Gott") und Spionage für Israel hingerichtet. Den Erkenntnissen von Hengaw zufolge bildeten wegen Mordes verurteilte Gefangene im Mai die größte Gruppe der Hingerichteten, wobei 36 Fälle 45 % aller registrierten Hinrichtungen ausmachten. Wegen Drogendelikten gab es 26 Hinrichtungen. Das Regime des Iran vollstreckt neben China weltweit die meisten Todesurteile und übt mit dieser Praxis massiven Druck auf die Bevölkerung aus, um die eigene Macht zu sichern.
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03.06.2026
Florida: Andrew Lukehart hingerichtet
Am Dienstagabend wurde im US-Bundesstaat Florida der 53-jährige Andrew Richard Lukehart mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Februar 1996 die fünf Monate alte Tochter seiner Freundin getötet hatte. Er sollte auf das Kind aufpassen, musste ihm die Windeln wechseln und verlor dabei Geduld und Kontrolle. Während er zunächst behauptete, die Kleine sei entführt worden, gestand er wenig später und führte die Polizei zur Leiche des Kindes. Lukehart war bereits vorbetraft wegen eines ähnlichen Delikts. In seinen letzten Worten erklärte er: "Es tut mir leid", und zitierte einen Bibelvers, in dem Jesus am Kreuz sagte: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Die Organisation "Floridians for Alternatives to the Death Penalty" (FADP) führt in ihrem Statement aus: "Andrew Lukeharts eigenes Leben war geprägt von jahrelanger Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung und Missachtung seiner Menschlichkeit. Was Andrew im Alter von 22 Jahren tat, war eine Tragödie. Es war aber auch die Tat eines zutiefst geschädigten jungen Mannes, der inmitten von schwerem körperlichem und sexuellem Missbrauch, Gewalt, Instabilität, intellektuellen Einschränkungen und unbehandelten Traumata aufgewachsen war. Lange vor dem Tod des Kindes kämpfte Andrew mit Depressionen, Hoffnungslosigkeit und einem tiefen Gefühl der Wertlosigkeit, das genau in den Menschen begründet lag, die ihn eigentlich lieben und beschützen sollten. Seine aus Frustration begangenen Taten waren die eines Menschen, der nicht in der Lage war, mit einem Säugling umzugehen, und der die enorme Verantwortung, die die Betreuung eines Kindes mit sich bringt, nicht bewältigen konnte. Überwältigt von Schuldgefühlen, Verzweiflung und Entsetzen über das, was er getan hatte, versuchte er, sich das Leben zu nehmen, indem er mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum fuhr." Das alles könne, was Lukehart tat, nicht entschuldigen oder relativieren, so FADP, aber der Erklärung dienen. Entsprechend wurde das Todesurteil in seinem Prozess nicht einstimmig gefällt - drei der Geschworenen stimmten gegen die Todesstrafe für den Angeklagten und für eine lebenslange Haftstrafe. In den weitaus meisten US-Bundesstaaten ist für ein Todesurteil ein einstimmiges Votum erforderlich.
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01.06.2026
Iran: Weitere Hinrichtungen nach Massenprotesten
Im Iran sind wieder zwei Männer im Zusammenhang mit den Aufständen vom Januar hingerichtet worden. Mehdad Mohammadi-Nia und Ashkan Maleki wurde unter anderem zur Last gelegt, während der Massenproteste eine Moschee in Brand gesetzt zu haben, wie das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan berichtete. Das Urteil sei am Montagmorgen vollstreckt worden, hieß es weiter. Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. Im Zusammenhang mit den Protesten ließ Irans Justiz mindestens 17 Menschen hinrichten, wie die in Norwegen ansässige Organisation "Iran Human Rights" (IHR) berichtete. "Die Hinrichtung von Demonstranten und Gefangenen, denen sicherheitsrelevante Straftaten vorgeworfen werden, ist ein Mittel der Unterdrückung und der Einschüchterung der Öffentlichkeit", schrieb die IHR auf X-Twitter. Menschenrechtler kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Iran-Kriegs wurden Todesurteile gegen politische Gefangene und angebliche Spione vollstreckt.
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