
31.07.2025
Florida: Edward Zakrzewski hingerichtet
Am Donnerstagabend wurde der 60-jährige Edward Zakrzewski im US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Juni 1994 seine 34-jährige Frau sowie ihre gemeinsamen Kinder, einen siebenjährigen Sohn und eine fünfjährige Tochter, getötet hatte. Seine Frau, eine Südkoreanerin, wollte sich von ihm scheiden lassen und die Kinder in ihre Heimat mitnehmen. In einer Kurzschlussreaktion besorgte Zakrzewski, nachdem er vom Vorhaben seiner Frau Kenntnis erlangte, eine Machete, ein Brecheisen und ein Seil, mit denen er die Tat beging. Anschließend floh er nach Hawaii und tauchte dort unter. Vier Monate später erhielt der Fall der Morde der Zakrzewski-Familie durch die US-Serie "Unsolved Mysteries" eine breite Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Edward Zakrzewski stellte sich selbst der Polizei und bekannte sich schuldig. Für die drei Morde wurde er in zwei Fällen mit nur 7 zu 5 Stimmen durch die Geschworenen zum Tod verurteilt, im dritten Fall stimmte Jury mit 6 zu 6 Stimmen ab, was einer Entscheidung für eine lebenslange Haftstrafe gleichkam.
Nirgends in den USA liegt die Hürde derartig niedrig, um ein Todesurteil verhängen zu können - aktuell ist in Florida ein Minimum von 8 Stimmen erforderlich, während in anderen Bundesstaaten vielfach ein einstimmiges Votum der Geschworenen gefordert ist. Das äußerst knappe Ergebnis im Fall Zakrzewski kann seinen Hintergrund darin haben, dass der Täter als Kriegsveteran unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt und die grausame Tat in einer emotionalen Ausnahmesituation beging. Wie die Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty in einem Statement ausführt, hat Zakrzewski sein Verbrechen zutiefst bereut und in den über 30 Jahren im Todestrakt viel für seine Mitgefangenen und auch seine Freunde in der freien Welt getan. Es war die bereits neunte Hinrichtung in Florida in diesem Jahr und für August sind bereits zwei weitere geplant. Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnet momentan Hinrichtungsbefehle im Abstand von zwei Wochen, was zu einer beispiellosen Exekutionswelle in Florida führt.
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30.07.2025
Marokko: Königliche Begnadigung für 23 zum Tode verurteilte Häftlinge
Die Präsidentin des Nationalen Menschenrechtsrats Marokkos (CNDH), Amina Bouayach, hat sich zu der jüngsten königlichen Begnadigung geäußert, mit der die Todesurteile von 23 Häftlingen in feste
Haftstrafen umgewandelt wurden. Diese Begnadigung ist Teil einer umfassenden Amnestie-Initiative von König Mohammed VI. anlässlich des Thronfestes. Laut Bouayach machen diese 23 begnadigten
Personen einen erheblichen Teil der 54 Häftlinge in Marokko aus, die rechtskräftig zum Tod verurteilt sind. Das Justizministerium hatte bekannt gegeben, dass insgesamt 19.673 Verurteilte
anlässlich des 26. Jahrestags der Thronbesteigung des Königs von einer königlichen Begnadigung profitierten. "In mehr als zweieinhalb Jahrzehnten wurden mehr als 240 zum Tod verurteilte Häftlinge
begnadigt und ihre Strafen umgewandelt", erklärte Bouayach. Sie darüber hinaus gab bekannt, dass allein in den letzten fünf Jahren seit 2020 die Todesurteile von 185 Menschen umgewandelt wurden.
Während marokkanische Gerichte nach geltendem Recht weiterhin Todesurteile verhängen, wurden seit 1993 keine Hinrichtungen mehr vollstreckt. Nach Angaben der CNDH waren in Marokko Ende 2024
insgesamt 86 Personen zum Tod verurteilt. Davon seien 54 rechtskräftig verurteilt, während 32 Fälle noch in der Berufungs- oder Kassationsinstanz anhängig sind. Unter den zum Tod Verurteilten
befindet sich nur eine Frau. Bouayachs Äußerungen stehen im Zusammenhang mit der sich wandelnden Haltung Marokkos zur Todesstrafe. Im Dezember 2024 stimmte Marokko für eine Resolution der
Generalversammlung der Vereinten Nationen, in der ein weltweites Moratorium für Hinrichtungen gefordert wird – eine historische Wende nach 17 Jahren Enthaltung seit der ersten Vorlage der
Resolution im Jahr 2007.
28.07.2025
Saudi-Arabien: Pakistaner wegen Drogenschmuggels hingerichtet
Ein pakistanischer Staatsangehöriger namens Bakhtiyar Zaib wurde am Sonntag in Mekka hingerichtet, nachdem er wegen Heroinschmuggels in das Königreich verurteilt worden war, wie das saudische Innenministerium bekannt gab. Er war im Zusammenhang mit dem Versuch, Heroin innerhalb Saudi-Arabiens zu schmuggeln, festgenommen worden. Ein Strafgericht verurteilte ihn zunächst zum Tod; das Urteil wurde anschließend vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Saudi-Arabien behält die Todesstrafe für Drogenhandel bei, der unter die Tazir-Straftaten fällt – Verbrechen, bei denen die Strafe nach dem Scharia-Recht im Ermessen des Richters liegt. Laut Harm Reduction International gab es in Saudi-Arabien einen starken Anstieg der Hinrichtungen im Zusammenhang mit Drogen von nur zwei im Jahr 2023 auf 122 im Jahr 2024, womit das Land weltweit zu den führenden Ländern bei der Anwendung der Todesstrafe für Drogendelikte gehört. Drogenbezogene Fälle in Saudi-Arabien führen häufig zu Todesurteilen auf der Grundlage von Geständnissen, die laut Menschenrechtsorganisationen häufig unter Zwang oder Folter erpresst werden. Der Zugang zu Rechtsbeistand für ausländische Angeklagte ist oft eingeschränkt.
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Saudi Arabia has already executed nearly 200 people this year
22.07.2025
China: Sänger-Schauspieler schon im Dezember hingerichtet
Der chinesische Sänger und Schauspieler Zhang Yiyang wurde im Dezember 2024 wegen Mordes an seiner 16-jährigen Freundin im Jahr 2022 zum Tod durch Erschießen verurteilt, wie ein aktueller Untersuchungsbericht eines chinesischen Gerichts bestätigt. Zhang ist angeblich der erste chinesische Entertainer, der zum Tod verurteilt wurde. Der Bericht des Volksgerichts der Stadt Xianyang in der Provinz Shaanxi, der in chinesischen Medien verbreitet wurde, besagt, dass Zhang und seine damalige Freundin im September 2021 eine Beziehung begonnen hatten. Als sie jedoch die Trennung vorschlug, lehnte Zhang dies ab und drohte ihr oft mit Selbstmord. Am 26. Februar 2022 lockte der damals 30-jährige Zhang seine damalige Freundin unter dem Vorwand, seinen Geburtstag gemeinsam zu verbringen, in einen Wald. Das Paar hatte erneut Streit über die Trennung, woraufhin Zhang ihr mit einem Taschenmesser, das er bei sich trug, mehrfach in den Hals stach, was zu ihrem Tod führte. Am nächsten Tag versuchte er in einem Hotelzimmer in Xingping City mit demselben Messer Selbstmord zu begehen. In Übereinstimmung mit dem chinesischen Strafrecht verurteilte das Gericht Zhang wegen vorsätzlichen Mordes zum Tode. Zhangs Berufung wurde abgelehnt und er wurde am 18. Dezember 2024 hingerichtet, heißt es in dem Bericht. China macht Hinrichtungen nicht transparent, sondern behandelt sie vielfach als Staatsgeheimnis. Daher überrascht es nicht, dass die Information in diesem Fall erst so spät öffentlich wird.
18.07.2025
Ehemaliger in Indonesien zum Tod verurteilter Franzose auf freiem Fuß
Ein Franzose, der wegen Drogenvergehen fast zwei Jahrzehnte in Indonesien in der Todeszelle saß, bevor er nach Frankreich zurückgebracht wurde, verließ am Freitag nach einer bedingten Entlassung das Gefängnis. Serge Atlaoui, ein 61-jähriger Schweißer aus Metz in Ostfrankreich, war im Februar nach Frankreich zurückgeflogen worden, nachdem er seit 2007 in Indonesien inhaftiert gewesen war. Der Vater von vier Kindern hatte seine Strafe von den französischen Gerichten auf 30 Jahre Haft umgewandelt und anschließend eine bedingte Haftentlassung bewilligt bekommen. Atlaoui wurde 2005 in einer Fabrik in der Nähe von Jakarta in einem geheimen Labor festgenommen, in dem pro Woche 100 kg Ecstasy hergestellt werden konnten. Dutzende Kilogramm Drogen wurden entdeckt. Die Behörden beschuldigten ihn, ein "Chemiker" zu sein. Er hat stets bestritten, ein Drogenhändler zu sein, und behauptet, er habe Maschinen in einer Fabrik installiert, von der er dachte, es handele sich um eine Acrylfabrik. Zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, wurde sein Urteil vom Obersten Gerichtshof Indonesiens überprüft und in der Berufung in die Todesstrafe umgewandelt. Er sollte 2015 zusammen mit acht weiteren Personen hingerichtet werden, erhielt jedoch nach Druck aus Paris und der Zulassung einer noch anhängigen Berufung durch die indonesischen Behörden einen Aufschub. Atlaouis Fall erregte Aufmerksamkeit in Indonesien und in Frankreich, wo seine Unterstützer ihn als Symbol für den Kampf gegen die Todesstrafe sahen. Der Druck der französischen Regierung war laut Sabine Atlaoui, seiner Ehefrau, entscheidend für die Freilassung ihres Mannes. Indonesien, das über einige der strengsten Drogengesetze der Welt verfügt, hat kürzlich mehrere prominente Häftlinge freigelassen, darunter eine zum Tode verurteilte philippinische Mutter und die letzten fünf Mitglieder der sogenannten "Bali-Nine"-Drogenbande.
17.07.2025
Texas will Haftbedingungen für Todestraktinsassen verbessern
Der US-Bundesstaat Texas, der für seine strengen Inhaftungsbedingungen in Einzelhaft bekannt ist, bietet Todeskandidaten seit geraumer Zeit ein Pilotprogramm zur Freizeitgestaltung an. Eine ausgewählte Gruppe von etwa einem Dutzend Gefangenen mit guter Führung darf täglich mehrere Stunden außerhalb ihrer Zellen verbringen. Das Programm umfasst gemeinsame Mahlzeiten, Fernsehzeit, Gebetskreise und – zum ersten Mal seit Jahrzehnten – direkten menschlichen Kontakt. Diese Änderung ist eine deutliche Abkehr von der jahrzehntelangen extremen Isolation, die die Todeszellen in Texas zu den härtesten des Landes gemacht hat. Die "ganztägige Isolation" ist in Texas seit einem missglückten Fluchtversuch aus dem Todestrakt im Jahr 1998 die Norm. Zuvor hatte es ein Arbeitsprogramm sowie Erholungszeiten in Gruppenräumen und gemeinsame Gottesdienste gegeben. All diese Privilegien gingen nach dem Fluchtversuch verloren, als der Todestrakt von der Ellis Unit One in Huntsville in die Polunsky Unit nach Livingston verlegt wurde. Das aktuelle Pilotprogramm wurde unter dem inzwischen ehemaligen Gefängnisdirektor Daniel Dickerson ins Leben gerufen, der davon überzeugt war, dass grundlegende Privilegien für sich gut benehmende Insassen die Bedingungen sowohl für die Gefangenen als auch für das Personal verbessern könnten. In den 18 Monaten seit Beginn des Programms gab es laut Behördenangaben keine Schlägereien, keine Drogenbeschlagnahmungen und keine Vorfälle, die Disziplinarmaßnahmen erforderlich gemacht hätten – eine beeindruckende Bilanz in einem Strafvollzugssystem, das anderswo mit Schmuggel und Gewalt zu kämpfen hat. Seit der Einführung des Programms berichten die Mitarbeiter auch von weniger psychischen Zusammenbrüchen und besseren Arbeitsbedingungen. Die Gefangenen, die an dem Programm teilnehmen, können nun ohne Fesseln Zeit in einem gemeinsamen Aufenthaltsraum verbringen, sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten, anstatt durch Lüftungsschlitze zu sprechen, und sogar täglich gemeinsam beten. Sonntags versammelt sich die kleine Gruppe zum Gottesdienst, während einige Brettspiele spielen, andere den Gemeinschaftsraum reinigen oder gemeinsam fernsehen. Für viele ist es die erste soziale Interaktion seit Jahrzehnten. Die Änderung folgt einem breiteren nationalen Trend weg von der automatischen Einzelhaft für Todeskandidaten. In den letzten zehn Jahren haben Bundesstaaten wie Louisiana, Pennsylvania, Arizona und South Carolina die Beschränkungen für Todeskandidaten gelockert. Kalifornien soll Berichten zufolge die Todeszellen komplett abschaffen und die Häftlinge in den allgemeinen Strafvollzug integrieren. In Texas zwingen Klagen und wachsender öffentlicher Druck die staatlichen Behörden dazu, das seit langem bestehende Isolationsregime zu überdenken. Untersuchungen zeigen, dass langfristige Isolation das Risiko für Paranoia, Gedächtnisverlust und Psychosen erhöht. Die Zukunft des Programms ist jedoch ungewiss. Eine zweite Gruppe wurde Anfang des Jahres für kurze Zeit eröffnet, dann jedoch ohne Erklärung wieder geschlossen. Die Behörde bestätigte, dass sie das Programm fortsetzen will, nannte jedoch keinen Zeitplan.
16.07.2025
Texas: Neuer Hinrichtungstermin im umstrittenen Fall
von Robert Roberson
Ein Richter ordnete auf Antrag des texanischen Generalstaatsanwalts den 16. Oktober als Hinrichtungstermin für den zum Tod verurteilten Robert Roberson an – fast genau ein Jahr, nachdem er durch das Eingreifen von Abgeordneten knapp der Hinrichtung entgangen war. Während der etwa 20-minütigen Anhörung vor dem Gericht in Anderson County hörte Richter Austin Reeve Jackson die Argumente von Robersons Anwältin Gretchen Sween und einem Anwalt des Staates an. Roberson war in schwarz-weiß gestreifter Gefängniskleidung und mit Handschellen anwesend. Er war 2003 zum Tod verurteilt worden, nachdem er wegen des Todes seiner kleinen Tochter Nikki schuldig befunden worden war, die laut Staatsanwaltschaft am "Schütteltrauma" starb. Sein Anwaltsteam behauptet seit langem, dass diese Diagnose pseudowissenschaftlich sei, und in ihrem jüngsten Antrag in diesem Fall zitieren seine Anwälte medizinische Experten, die die Schlussfolgerungen aus der Autopsie von Nikki als fehlerhaft und unzuverlässig bezeichnen. In einer Erklärung sagte Sween, dass Robersons Team eine Aussetzung der Hinrichtung beantragen werde, damit die neuen Beweise, die sie zur Stützung seiner Unschuld vorgelegt haben, vor Gericht geprüft werden können, was bisher noch nicht geschehen ist. Robersons Hinrichtung wurde im vergangenen Oktober ausgesetzt, als ein überparteilicher Ausschuss des texanischen Repräsentantenhauses Roberson vorlud, um die Anwendung des "Junk-Science"-Gesetzes des Bundesstaates in seinem Fall zu erörtern – ein beispielloser Schritt. Die Staatsanwaltschaft hinderte Roberson jedoch daran, bei dieser Anhörung auszusagen. Und der Oberste Gerichtshof von Texas, der normalerweise nur Zivilverfahren behandelt, entschied später, dass das Repräsentantenhaus seine Vorladungsbefugnis nicht nutzen kann, um Robersons Hinrichtung zu stoppen, und machte damit den Weg frei für einen Richter, einen neuen Hinrichtungstermin festzulegen.
Weitere Informationen:
'Texans should be outraged': Execution back on for inmate who has strong innocence claims

15.07.2025
Florida: Michael Bell hingerichtet
Am Dienstagabend wurde der 54-jährige Michael Bernard Bell im US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er im Dezember 1993 einen 23-jährigen Mann und eine 18-jährige Frau bei einem Amoklauf mit einem Maschinengewehr ermordet haben soll. Es habe sich um einen Racheakt gehandelt für die Tötung seines Bruders, Lamar Bell, den der Halbbruder seines männlichen Opfers auf dem Gewissen hatte. Anwälte und Unterstützer von Michael Bell wiesen vergeblich darauf hin, dass es keine physischen Beweise gegeben habe, die ihren Mandanten mit der Tat in Verbindung brachten. Mindestens sechs Zeugen, die im ursprünglichen Prozess gegen Bell ausgesagt hatten, haben ihre Aussagen später widerrufen und erklärt, sie seien zu Falschaussagen genötigt worden. Darüber hinaus bleibe festzustellen, dass Michael Bell im Alter von 15 Jahren nach einem Autodiebstahl in die berüchtigte Reformschuleinrichtung Dozier verbracht wurde, wo er massiver Misshandlung unterworfen war. Neben sexuellem Missbrauch und Prügelstrafen durch Angestellte der Anstalt wurden die Jugendlichen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gezwungen, während das Personal Wetten auf den Ausgang der Kämpfe abschloss. Über 30 Absolventen der 2011 geschlossenen Dozier School for Boys endeten im Todestrakt von Florida.
In seinen letzten Worten erklärte Bell lediglich: "Danke, dass ihr mich nicht den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen lasst." Die Familie des männlichen Opfers, namentlich ein Bruder und sein Sohn, sprachen sich gegen die Hinrichtung aus, wie die Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty in einer Stellungnahme erwähnt: "Wenn die Menschen, die von diesem Verbrechen am meisten betroffen sind, keine weiteren Morde in ihrem Namen wollen, spricht das Bände. Und es unterstreicht die unvermeidliche Wahrheit, dass die Todesstrafe in Florida lediglich ein Instrument der Macht und Politik ist." Es war bereits die achte Hinrichtung in Florida in diesem Jahr - die nächste ist für den 31. Juli terminiert. Experte Robert Dunham vom Death Penalty Policy Project, früher Direktor des Death Penalty Information Center, erklärt, die Hinrichtungen des laufenden Jahres seien fast ausnahmslos in US-Bundesstaaten durchgeführt worden, in denen früher Sklaverei üblich war, und im größten Teil der Fälle handele es sich um solche mit Opfern weißer Hautfarbe.
Weitere Informationen:
FADP: Statement on the Execution of Michael “Mike” Bell
Dozens of Teens Who Spent Time at Abusive Florida Reform School Ended Up on Death Row
12.07.2025
Weitere öffentliche Hinrichtungen im Iran
Nach Angaben der Justizagentur Mizan wurde am 9. Juli 2025 in der Stadt Barouq in der Provinz West-Aserbaidschan ein Mann öffentlich gehängt. Der namentlich nicht genannte Mann war wegen Mordes an vier Frauen zu Qisas (Vergeltung in gleicher Weise) verurteilt worden. Der namentlich nicht genannte Mann war der dritte Mensch, der im Jahr 2025 öffentlich gehängt wurde. Die iranischen Behörden haben in den frühen Morgenstunden des 12. Juli 2025 einen Mann öffentlich hingerichtet, der wegen Vergewaltigung und Mord an einem jungen Mädchen in der nordwestlichen Provinz West-Aserbaidschan verurteilt worden war - die vierte öffentliche Hinrichtung in Iran im laufenden Jahr. Nach Angaben des regionalen Staatsanwalts wurde die Hinrichtung auf Wunsch der Familie des Opfers und der Bevölkerung aufgrund der starken sozialen und emotionalen Auswirkungen des Falls vollstreckt. Die Identität des Verurteilten und weitere Details zum Alter des Mädchens oder zum genauen Tathergang wurden nicht bekannt gegeben. Bei einer Verurteilung zu Qisas (Vergeltung in gleicher Weise) muss die Familie des Opfers zwischen der Todesstrafe als Vergeltung, Diya (Blutgeld) oder Vergebung wählen. Entscheidet sich die Opferfamilie für die Hinrichtung, wird sie nicht nur dazu ermutigt, daran teilzunehmen, sondern auch dazu, die Hinrichtung selbst durchzuführen. Der Iran ist - umgerechnet auf seine Einwohnerzahl das Land mit der höchsten Hinrichtungsrate weltweit. Die Todesstrafe wird für eine Reihe von Verbrechen verhängt, darunter Mord, Vergewaltigung und Drogenhandel. Der Iran ist zudem eines der wenigen Länder weltweit, in denen manche Hinrichtungen an öffentlichen Orten vollstreckt werden. Die öffentlichen Hinrichtungen wurden 2022 nach einer Pause aufgrund von COVID mit zwei Erhängungen wieder aufgenommen, und 2023 stieg die Zahl der öffentlichen Hinrichtungen auf sieben. Im Jahr 2024 wurden im Iran vier Menschen öffentlich hingerichtet.
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11.07.2025
Saudi-Arabien: Bereits über 100 Hinrichtungen ausländischer Staatsbürger in 2025
Saudi-Arabien hat am 10. Juli zwei Äthiopier hingerichtet, wodurch die Zahl der in diesem Jahr hingerichteten Ausländer auf 101 gestiegen ist – ein Anstieg der Todesstrafen, den Menschenrechtsgruppen scharf verurteilen. Die beiden Männer wurden wegen Drogenhandels hingerichtet, teilte das Innenministerium mit. "Khalil Qasim Muhammad Omar und Murad Yaqub Adam Siyo – beide äthiopischer Staatsangehörigkeit – wurden des Schmuggels von Haschisch für schuldig befunden", heißt es in der Erklärung der saudischen Presseagentur. Insgesamt wurden laut der französischen Nachrichtenagentur AFP im Jahr 2025 bislang 189 Menschen hingerichtet, darunter 88 Saudis. Im Jahr 2024 wurde die Marke von 100 Hinrichtungen von Ausländern in dem Golfkönigreich, einem der weltweit führenden Anwender der Todesstrafe, erst im November überschritten. Nach einer früheren Zählung der AFP wurden im vergangenen Jahr mindestens 338 Menschen hingerichtet, gegenüber 170 im Jahr 2023 – weit mehr als der bisher bekannte Rekord von 196 im Jahr 2022. Saudi-Arabien gibt viel Geld für touristische Infrastruktur und Sportgroßveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 aus, um seine vom Öl abhängige Wirtschaft zu diversifizieren. Aktivisten sagen jedoch, dass die fortgesetzte Anwendung der Todesstrafe durch das Königreich das Bild einer offeneren, toleranteren Gesellschaft untergräbt, das im Mittelpunkt der Reformagenda "Vision 2030" von Prinz Mohammed steht.
07.07.2025
Zunehmende Zahl von Hinrichtungen in Saudi-Arabien
In Saudi-Arabien steigt die Zahl der Hinrichtungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge auf "erschreckende Weise" an. Unter den Hingerichteten der vergangenen Jahre seien viele ausländische Staatsbürger, die wegen Drogendelikten verurteilt wurden, heißt es in einem Bericht der Organisation. Darunter waren vor allem Menschen aus Pakistan, Syrien, Jordanien, dem Jemen sowie Ägypten und Somalia. In Saudi-Arabien wurden von 2014 bis Mitte des laufenden Jahres etwa 1.800 Menschen hingerichtet. Fast jeder Dritte davon sei wegen Drogendelikten verurteilt worden, erklärte Amnesty. Innerhalb dieser Gruppe seien drei Viertel der Verurteilten Staatsangehörige anderer Länder. Allein im Juni dieses Jahres wurden 46 Menschen hingerichtet - 37 davon wegen Drogendelikten. Bisher wurden bereits 180 Menschen in Saudi-Arabien im Jahr 2025 exekutiert, heißt es in dem Amnesty-Bericht weiter. Vergangenes Jahr gab es 345 Hinrichtungen und damit laut Amnesty so viele wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, die Todesstrafe in einigen Fällen nicht mehr einzusetzen. Wegen der Praxis steht das Land international in der Kritik - trotz der Bemühungen, sich etwa für Touristen und Investitionen mehr zu öffnen. Angesichts der anhaltend hohen Zahl von Hinrichtungen dringt Amnesty auf mehr Druck der internationalen Gemeinschaft. Saudi-Arabiens Verbündete müssten "dringend Druck auf die Behörden ausüben, damit sie ihre Hinrichtungen stoppen und ihre internationalen Menschenrechtsverpflichtungen einhalten", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland, Julia Duchrow.
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Saudi Arabia Executes Mahdi Al-Bazroun on Vague Charges: 18th Political Execution in 2025
03.07.2025
Vietnam: Elf Todesurteile wegen Drogenschmuggels verhängt
Ein Gericht in Hanoi hat elf Personen, darunter zwei ehemalige Polizeibeamte, wegen ihrer Beteiligung an einem transnationalen Drogenring, der ein offizielles Polizeifahrzeug zum Transport von Betäubungsmitteln benutzt hatte, zum Tod verurteilt. Das Volksgericht von Hanoi verkündete das Urteil nach einer zweitägigen Verhandlung. Der Fall betraf insgesamt 12 Angeklagte. Unter den zum Tod Verurteilten sind Nguyen Van Hung, ein ehemaliger Beamter der Polizeibehörde, und Ha Minh Ducc, ein ehemaliger Beamter der Drogenfahndung der Polizeibehörde. Beide wurden des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln für schuldig befunden. Wegen derselben Anklage wurden neun weitere Angeklagte ebenfalls zum Tode verurteilt. Darunter sind die Brüder Nguyen The Thanh und Nguyen The Lap sowie sieben Untergebene von Thanh und der Drogenbossin Nguyen Thi Kim Huong. Huong, die ein kleines Kind zu versorgen hat, wurde stattdessen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter bezeichneten den Fall als außergewöhnlich schwerwiegend und wiesen darauf hin, dass es sich um eine grenzüberschreitende Operation mit einer enormen Menge an Drogen handelte. Die Bande wandte raffinierte Taktiken an, um den Behörden zu entkommen, darunter die Verwendung eines offiziellen Polizeifahrzeugs zum Transport der Drogen und das Verstecken der Betäubungsmittel in den Wohnungen von Beamten. Die Behörden stellten fest, dass die Bande zwischen April 2019 und Januar 2021 fast 137 kg Drogen in Hanoi und Bac Ninh gehandelt hatte. Thanh und Dung waren die Anführer der Bande und verdienten umgerechnet über 315.000 US-Dollar, während Huong fast 135 kg Drogen erhielt und verteilte und damit mehr als umgerechnet 157.000 US-Dollar an illegalen Gewinnen erzielte. Hung, der ehemalige Polizist, hatte Huong und ihren Komplizen dabei geholfen, über 37 kg Methamphetamin zu schmuggeln, wodurch er umgerechnet rund 29.000 US-Dollar verdiente. Duc – der andere ehemalige Polizeibeamte – wurde für schuldig befunden, Huong beim Handel mit fast 135 kg Drogen geholfen und dafür umgerechnet etwa 55.000 US-Dollar erhalten zu haben.
02.07.2025
Iran: Mindestens 98 Hinrichtungen im Juni und wenigstens 612 im laufenden Jahr
Mindestens 98 Menschen, darunter eine Frau, wurden im Juni 2025 im Iran hingerichtet. Im Schatten des Krieges zwischen Israel und dem Iran wurden im Juni mindestens sechs Männer wegen Spionagevorwürfen gehängt. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden von offiziellen Quellen neun Hinrichtungen wegen Spionage bekannt gegeben. Zwischen Januar und Juni 2025 wurden mindestens 612 Menschen hingerichtet, was einem Anstieg von 119 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024 entspricht, als 279 Hinrichtungen verzeichnet wurden. So die aktuellen Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights. Die Hinrichtungen im Juni 2025 im Überblick: Mindestens 98 Menschen wurden hingerichtet. Davon wurden 19 Hinrichtungen (19 %) von offiziellen Quellen bekannt gegeben. 46 der Hinrichtungen (47 %) erfolgten wegen Drogendelikten. 32 Menschen (33 %) waren wegen Mordes zu Qisas (Vergeltung in gleicher Weise) verurteilt. 17 Menschen saßen wegen sicherheitsrelevanter Anklagen wie Moharebeh (Feindschaft gegen Gott), Efsad-fil-arz (Korruption auf Erden) und Baghy (bewaffneter Aufstand) in der Todeszelle. Von den 17 sicherheitsrelevanten Hinrichtungen erfolgten sechs wegen Spionage für Israel. Drei Menschen waren wegen Vergewaltigung zum Tode verurteilt. Eine Frau wurde hingerichtet. Unter den Hingerichteten befanden sich zehn Belutschen, fünf Kurden und ein Angehöriger einer arabischen Minderheit. Acht afghanische Staatsangehörige wurden hingerichtet. Mindestens 21 Menschen wurden während des 12-tägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran hingerichtet, und seit Kriegsende wurden 11 Hinrichtungen registriert. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden mindestens 612 Menschen hingerichtet. Davon befanden sich 293 wegen Drogendelikten in der Todeszelle, 268 wurden wegen Mordes zu Qisas verurteilt, 33 wegen sicherheitsrelevanter Delikte zum Tod verurteilt und 19 wegen Vergewaltigung in der Todeszelle. 47 der registrierten Hinrichtungen wurden von offiziellen Quellen bekannt gegeben. Unter den Hingerichteten befanden sich 17 Frauen, 40 afghanische Staatsangehörige, ein irakischer Staatsangehöriger und ein Mann, der nur als „ausländischer Staatsangehöriger” bezeichnet wurde. Neun der wegen sicherheitsrelevanter Delikte hingerichteten Personen waren der Spionage für Israel beschuldigt worden. Zwei der Hinrichtungen wurden an öffentlichen Orten vollstreckt.
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01.07.2025
Delaware: Historische Abstimmung zur Todesstrafe
In einer historischen Abstimmung wurde in Delaware der erste Schritt einer Verfassungsänderung zur dauerhaften Abschaffung der Todesstrafe mit 14 zu 7 Stimmen vom Senat des US-Bundesstaates auf den Weg gebracht. Der von dem Abgeordneten Sean Lynn (D) und der Senatorin Kyra Hoffner (D) eingebrachte Gesetzentwurf war bereits letzte Woche mit Unterstützung beider Parteien vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden. Delaware hat eine lange und dysfunktionale Geschichte mit der Todesstrafe, sagten Vertreter der Delaware Coalition to Abolish the Death Penalty (Delaware-Koalition zur Abschaffung der Todesstrafe). Die Generalversammlung von Delaware schaffte die Todesstrafe ursprünglich 1958 ab, führte sie jedoch wenige Jahre später nach einer Reihe von Aufsehen erregenden Verbrechen wieder ein. In den letzten sieben Jahrzehnten wurde die Todesstrafe mehrfach abgeschafft, wieder eingeführt und als verfassungswidrig aufgehoben. Im Jahr 2016 wurde das Gesetz zur Todesstrafe in Delaware zum dritten Mal für verfassungswidrig erklärt. Insgesamt wurden 16 Menschen nach diesem Gesetz hingerichtet. Im Jahr 2024 stimmte die Generalversammlung dafür, das für ungültig erklärte Gesetz aus dem Delaware Code zu streichen. Der aktuelle Gesetzentwurf geht noch einen Schritt weiter und fügt die Todesstrafe in die Liste der nach der Verfassung von Delaware verbotenen Strafen auf. Nach Angaben des Delaware Statistical Analysis Center sind sowohl die Mordrate als auch die Rate der Gewaltverbrechen seit der letzten Verfassungswidrigkeit der Todesstrafe im Jahr 2016 weiter zurückgegangen, was die Argumente für die Todesstrafe als notwendiges Abschreckungsmittel weiter untergräbt, so Vertreter der Delaware Coalition to Abolish the Death Penalty. Verfassungsänderungen erfordern eine Zweidrittelmehrheit in zwei aufeinanderfolgenden Legislaturperioden. Der Gesetzentwurf muss erneut eingebracht und in der 154. Generalversammlung verabschiedet werden, um in die Verfassung von Delaware aufgenommen zu werden.
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