27.06.2025

Japan richtet sogenannten "Twitter-Killer" hin

 

Japan hat am Freitag einen Mann hingerichtet, der als "Twitter-Killer" bekannt war und neun Menschen ermordete und zerstückelte, die er online kennengelernt hatte. Es war die erste Vollstreckung der Todesstrafe in Japan seit 2022. Der 34-jährige Takahiro Shiraishi wurde wegen Mordes an seinen jungen Opfern, von denen alle bis auf eines Frauen waren, gehängt, nachdem er sie über die Social-Media-Plattform, die heute X heißt, kontaktiert hatte. Er hatte Nutzer ins Visier genommen, die über Selbstmordgedanken geschrieben hatten, und ihnen angeboten, ihnen bei ihren Plänen zu helfen oder sogar gemeinsam mit ihnen zu sterben. Justizminister Keisuke Suzuki sagte, Shiraishis Verbrechen, die er 2017 begangen hatte, umfassten "Raub, Vergewaltigung, Mord ... Leichenbeschädigung und Leichenflucht". Japan und die Vereinigten Staaten sind die einzigen beiden G7-Staaten, die noch die Todesstrafe anwenden, und diese Praxis findet in der japanischen Bevölkerung überwältigende Zustimmung. Seine Anwälte hatten argumentiert, Shiraishi solle eine Gefängnisstrafe erhalten und nicht hingerichtet werden, da seine Opfer Selbstmordgedanken geäußert und damit in den Tod eingewilligt hätten. Hinrichtungen werden in Japan immer durch Erhängen vollstreckt, wo etwa 100 zum Tode verurteilte Häftlinge auf ihre Hinrichtung warten. Die meisten Insassen werden jahrelang, manchmal sogar jahrzehntelang in Einzelhaft gehalten. Es gibt weit verbreitete Kritik an dem System und der mangelnden Transparenz der Regierung in Bezug auf diese Praxis. Im Jahr 2022 wurde Tomohiro Kato wegen eines Angriffs hingerichtet, bei dem 2008 sieben Menschen ums Leben kamen, als er mit einem gemieteten zwei Tonnen schweren Lkw in eine Menschenmenge im Tokioter Stadtteil Akihabara raste, ausstieg und mit einem Messer um sich stach. Die Hinrichtung des Serienmörders Shiraishi Takahiro am 27. Juni 2025 war die erste Vollstreckung der Todesstrafe in Japan seit fast drei Jahren.

 

Weitere Informationen:

EU fordert Aussetzung der Todesstrafe in Japan

Richard Jordan
Richard Jordan

26.06.2025

Mississippi: Richard Jordan hingerichtet

 

Am Mittwochabend wurde der 79-jährige Richard Gerald Jordan durch den US-Bundesstaat Mississippi mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Ermordung einer 35-jährigen Frau im Jahr 1976 - fast 50 Jahre hat er auf die Vollstreckung des Urteils in der Todeszelle gewartet. Jordan hatte sein Opfer entführt und erschossen, um danach unter der Vorgabe, die Frau sei noch am Leben, von ihrem Ehemann eine Summe von 25.000 Dollar zu erpressen. In seinen letzten Worten zeigte er sich reuevoll und bat um Vergebung. Aufgrund juristischer Unklarheiten im Hinblick auf die Gesetzmäßigkeit der Todesstrafe in Mississippi wurde Richard Jordan viermal zum Tod verurteilt - zum ersten Mal 1976 und zum letzten Mal 1998. Danach schlossen sich Berufungsverfahren an. In keinem der Prozesse kam zur Sprache, dass Jordan ein Kriegsveteran war. Er hatte von 1966 bis 1969 in Vietnam gekämpft und litt anschließend unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Aufgrunddessen, so das Argument in seinem Gnadengesuch, hätte er nicht das Todesurteil erhalten dürfen für seine Straftat. "Richard ist all das: ein Patriot, ein Vietnamveteran, ein gläubiger Mensch, ein guter Sohn, Bruder und Freund, und er ist ein vorbildlicher Häftling, der sich dafür eingesetzt hat, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen“, schrieb der Jura-Professor Frank Rosenblatt, der das Gnadengesuch für Jordan eingereicht hatte. Doch der Gouverneur von Mississippi, Tate Reeves, lehnte das Gnadengesuch am Abend vor der Hinrichtung ab.

 

Weitere Informationen:

Mississippi executes Vietnam veteran Richard Jordan for murder of stay-at-home mom of 2

Thomas Gudinas
Thomas Gudinas

25.06.2025

Florida: Thomas Gudinas hingerichtet

 

Am Dienstagabend wurde der 51-jährige Thomas Gudinas durch den US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau im Jahr 1994. In seinen letzten Worten erklärte er seine Reue für die Tat. Die Stellungnahme der Organisation Floridians for Alternatives to the Death Penalty (FADP) weist ausführlich darauf hin, dass Thomas Gudinas Leben bis zu dem Verbrechen, das er im Alter von 20 Jahren beging, von schwersten Traumata geprägt war: "Tommy wurde als Kind einer Teenager-Mutter geboren und verbrachte die ersten zwei Wochen seines Lebens im Krankenhaus, wo er um sein Leben kämpfte und sich nur langsam entwickelte. In den ersten sechs Monaten seines Lebens musste er sechs Mal ins Krankenhaus zurückkehren, weil er aufgehört hatte zu atmen. Zu seinen gesundheitlichen Problemen kam noch chronischer Missbrauch hinzu – Tommy erlebte eine Kindheit voller grausamer und demütigender Strafen durch seinen Vater, der ihm die Hand über einer offenen Flamme verbrannte und ihn mit einem Schild, auf dem stand, dass er ins Bett gemacht hatte, draußen stehen ließ. Als seine Kindheit vorbei war, hatte Tommy nur eine Ausbildung bis zur 4. Klasse und war durch 105 verschiedene Unterbringungen der Jugendfürsorge geschleust worden." Seine Mutter besuchte Gudinas am Tag seiner Hinrichtung. Unter den Trauernden sind darüber hinaus seine Schwester und seine Cousine. Es war die siebente Hinrichtung in Florida in diesem Jahr und die nächste ist bereits für Mitte Juli angesetzt. Momentan ist Florida damit der US-Bundesstaat, der die meisten Todesurteile vollstreckt.

 

Weitere Informationen:

Statement on the Execution of Tommy Gudinas

25.06.2025

Iran: Drei weitere angebliche Spione für Israel hingerichtet

 

Im Iran sind nach Angaben der Justiz drei Menschen wegen des Vorwurfs der Spionage für Israel verurteilt und hingerichtet worden. Die Männer hätten versucht, "Ausrüstung in das Land zu schmuggeln, um Attentate zu verüben" und seien der "Kooperation mit dem zionistischen Regime" für schuldig befunden worden, erklärte die iranische Justizbehörde am Mittwoch. Das Todesurteil sei in der nordwestlichen Stadt Urmia vollstreckt worden. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Hinrichtungen scharf. "Idris Ali, Rasul Ahmad Rasul und Assad Schodschai wurden ohne ein faires Verfahren und auf der Grundlage von unter Folter erlangten Geständnissen zum Tode verurteilt", sagte der Chef der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights (IHR), Mahmud Amiry-Moghaddam, der Nachrichtenagentur AFP. Die Nichtregierungsorganisation dokumentiert seit 2008 die Anwendung der Todesstrafe im Iran. Zwei der drei Männer seien Träger gewesen, die Waren über die Grenze transportierten. "Sie wurden unter dem Vorwurf des Alkoholschmuggels verhaftet, wurden aber gezwungen, Spionage für Israel zu gestehen", sagte der IHR-Chef. Ali und Schodschai gehörten demnach der kurdischen Minderheit im Iran an, während Rasul die irakische Staatsangehörigkeit besaß. Die iranische Justiz hat nach eigenen Angaben seit dem Beginn des israelischen Großangriffs auf das Land am 13. Juni mehrere Spionage-Verdächtige festgenommen und bislang sechs Menschen auf Grundlage dieser Vorwürfe hingerichtet.

 

Weitere Informationen:

Hengaw-Bericht über die Hinrichtung und das Verschwindenlassen von sechs politischen Gefangenen durch die iranische Regierung wegen Spionage für Israel

Hinrichtungen im IRAN

25.06.2025

Vietnam schafft Todesstrafe für acht Delikte ab

 

Vietnam wird ab nächsten Monat die Todesstrafe für acht Straftaten abschaffen, darunter Unterschlagung und Aktivitäten zum Sturz der Regierung, teilte das Parlament mit. Damit bleibt ein Magnat in einem Betrugsfall im Wert von 12 Milliarden US-Dollar am Leben. Die Nationalversammlung, das gesetzgebende Organ des Landes, habe am Mittwoch einstimmig die Änderung des Strafgesetzbuches zur Abschaffung der Todesstrafe für diese Verbrechen verabschiedet, hieß es in einer Erklärung. Zu den weiteren Straftaten, die nicht mehr mit der Todesstrafe geahndet werden, gehören laut der offiziellen vietnamesischen Nachrichtenagentur Vietnam News Agency die Beschädigung von Staatseigentum, die Herstellung gefälschter Medikamente, die Gefährdung des Friedens, die Auslösung invasiver Kriege, Spionage und der Transport von Drogen. Die Höchststrafe für diese Verbrechen sei nun lebenslange Haft, hieß es in dem Bericht. Diejenigen, die vor dem 1. Juli wegen dieser Straftaten zum Tode verurteilt wurden, aber noch nicht hingerichtet wurden, werden zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt, fügte der Bericht hinzu. Dazu gehört auch die Immobilienmagnatin Truong My Lan, die Vorsitzende des Immobilienentwicklers Van Thinh Phat Holdings Group, die im vergangenen Jahr wegen Unterschlagung zum Tod verurteilt wurde. Die 68-jährige Lan wurde im vergangenen Jahr wegen Betrugs an der Saigon Commercial Bank (SCB) verurteilt, die sie laut Staatsanwaltschaft kontrollierte, und wegen Betrugs in Höhe von insgesamt 27 Milliarden US-Dollar – das entspricht etwa sechs Prozent des BIP des Landes – zum Tod verurteilt. Zehn Straftaten bleiben in Vietnam weiterhin mit der Todesstrafe bedroht, darunter Mord, Hochverrat, Terrorismus und sexueller Missbrauch von Kindern, wie aus dem Bericht hervorgeht. Auch Drogenhandel bleibt ein Kapitalverbrechen. Daten zur Todesstrafe sind in Vietnam Staatsgeheimnis, und es ist nicht bekannt, wie viele Menschen derzeit im Land in der Todeszelle sitzen. Seit der Abschaffung der Erschießungskommandos im Jahr 2011 ist die tödliche Injektion (Giftspritze) die einzige Hinrichtungsmethode.

23.06.2025

Nach Kriegsbeginn im Iran Hinrichtungen wegen Spionage für Israel

 

Seit Ausbruch des Krieges zwischen Israel und Iran werden diverse Berichte bekannt, dass im Iran Menschen wegen Spionage für Israel hingerichtet werden. Auch nach Eintritt der USA in den Konflikt sollen Todesurteile von "Spionen" vollstreckt worden sein. Die Islamische Republik Iran hat beispielsweise Majid Mosayebi, einen Mann mittleren Alters, der wegen Spionage für Israel verurteilt wurde, nur wenige Stunden nach Luftangriffen auf iranische Atomanlagen hingerichtet. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurde Mosayebi, der Sohn von Rajabali, in den frühen Morgenstunden des Sonntags, dem 22. Juni 2025, an einem unbekannten Ort hingerichtet. Seine Festnahme war vor der Hinrichtung nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Die der iranischen Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Mizan bestätigte später die Hinrichtung und erklärte, dass Mosayebi "ständigen Kontakt zum israelischen Geheimdienst hielt und wöchentliche Berichte an einen Führungsoffizier namens David übermittelte". Weiterhin hat die Islamische Republik Iran Mohammad-Amin Mahdavi Shayesteh, einen 27-jährigen politischen Gefangenen aus Teheran, hingerichtet. Der 27-jährige politische Gefangene war ebenfalls wegen Spionage für Israel verurteilt. Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte fand die Hinrichtung in den frühen Morgenstunden des Montags, 23. Juni 2025, im Gefängnis Ghezel Hesar in Karaj statt. Mahdavi Shayesteh wurde physischer und psychischer Folter ausgesetzt und während der Verhöre durch iranische Sicherheitsdienste unter Druck zu Geständnissen gezwungen. Ihm wurde während des gesamten Gerichtsverfahrens der Zugang zu einem unabhängigen Verteidiger verweigert, so Hengaw. Mahdavi Shayesteh war am 4. Dezember 2023 verhaftet und fast drei Monate lang in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten worden.

 

Weitere Informationen:

Iran Intensifies Repression Under Pretext of War; Widespread Arrests and Enforced Disappearance of Political Prisoners

Growing fears over torture and executions of individuals accused of ‘espionage’ for Israel
Hinrichtungen im IRAN

20.06.2025

Iran: Rapper Toomaj Salehi erneut verhaftet

 

Der bekannte iranische Rapper Toomaj Salehi ist erneut in Haft. Er sei auf der Insel Kisch am Persischen Golf festgenommen worden, hieß es auf seinem Telegram-Kanal. Es lagen demnach keinerlei Informationen darüber vor, welche Behörde ihn festgenommen hat, wo er sich in Gewahrsam befindet oder wie es um seinen Gesundheitszustand steht. Salehi ist ein scharfer Kritiker der Führung der Islamischen Republik. Der 34-Jährige hat die jüngsten israelischen Angriffe auf sein Land ebenso hart kritisiert wie das Scheitern der iranischen Behörden, die eigene Bevölkerung vor den Bombenangriffen zu schützen. Der Rapper war bereits während der Protestwelle im Herbst 2022 festgenommen worden, in seinen Texten hatte er immer wieder die sozialen und politischen Missstände im Land angeprangert. In den sozialen Medien solidarisierte er sich früh mit den Demonstranten, die gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem protestierten. Die Justiz hatte ihn zunächst zum Tod verurteilt, dieses Urteil jedoch später aufgehoben. Wegen Beleidigung islamischer Heiligtümer und Aufrufs zu Unruhen in den sozialen Medien musste er ins Dastgerd-Gefängnis in der Stadt Isfahan in Zentraliran, wo er seine Haftstrafe verbüßte und im Dezember 2024 entlassen wurde.

 

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Hinrichtungen im IRAN

18.06.2025

Vietnam: Todesstrafe für Drogenschmuggel

 

Ein Gericht im Süden Vietnams hat drei Drogenhändler wegen Schmuggels und Verkaufs von mehr als 50 Kilogramm Heroin und synthetischen Drogen zum Tod verurteilt, wie staatliche Medien am Mittwoch berichteten. Das kommunistische Vietnam hat einige der strengsten Drogengesetze der Welt, und Gerichte verhängen regelmäßig Todesurteile wegen Drogendelikten. Nach dem eintägigen Prozess in der Provinz Long An wurden der 35-jährige Bandenchef Pham Trung Hieu und seine drei Komplizen des Drogenhandels für schuldig befunden. Drei von ihnen wurden zum Tode verurteilt, einer zu lebenslanger Haft, so die Medien. Die drei Männer und Frauen hatten die Drogen aus Kambodscha eingeschmuggelt, um sie an Händler in Ho-Chi-Minh-Stadt und benachbarten Provinzen zu verkaufen. Die Bande wurde im April 2023 beim Transport eines Teils der Drogen entdeckt. Bei dem Versuch, einer Polizeirazzia zu entkommen, rammte ihr Auto einen Polizeibeamten und zwei Anwohner. Nach vietnamesischem Recht droht jedem, der mit mehr als 600 Gramm Heroin oder mehr als 2,5 Kilogramm Methamphetamin erwischt wird, die Todesstrafe. Ende letzten Jahres verurteilte ein vietnamesisches Gericht 27 Personen zum Tod, weil sie 626 Kilogramm Drogen aus Kambodscha nach Vietnam geschmuggelt hatten. Vietnam liegt in der Nähe der Drogenproduktionsregion "Goldenes Dreieck", wo Laos, Thailand und Myanmar aufeinander treffen. Nach Angaben der vietnamesischen Polizei entwickelt sich Ho-Chi-Minh-Stadt aufgrund der in den letzten Jahren verbesserten Verkehrsinfrastruktur zunehmend zu einem Umschlagplatz für Drogenhändler.

16.06.2025

Attentäter von Minnesota droht Todesstrafe auf US-Bundesebene

 

Nach den tödlichen Schüssen auf eine US-Politikerin und ihren Mann im US-Bundesstaat Minnesota droht dem Verdächtigen die Todesstrafe oder lebenslange Haft wegen Mordes. Den Ermittlern zufolge suchte der mutmaßliche Täter die Häuser von vier Politikern der Demokraten auf. Der mutmaßliche Täter, Vance Boelter, war der Polizei am Sonntagabend nach einer Großfahndung ins Netz gegangen. Die Ermittler werfen dem 57-Jährigen vor, die Abgeordnete Melissa Hortman und ihren Mann kaltblütig mit einer Schusswaffe ermordet zu haben, wie der zuständige Staatsanwalt Joe Thompson sagte. Außerdem fuhr er zu den Häusern von zwei weiteren Politikern der Demokratischen Partei, wie die Ermittler nun bekannt gaben. In einem Fall sei niemand zu Hause gewesen, im zweiten Fall sei Boelter einem Polizisten aufgefallen und habe die Flucht ergriffen. Thompson sprach von "politisch" motivierten Morden und sagte, der Großeinsatz habe vermutlich weitere Tote verhindert. In einem Notizbuch des Festgenommenen standen laut Staatsanwalt Thompson die Namen von mehr als 45 Politikerinnen und Politikern in Minnesota und auf Bundesebene. Zum möglichen Motiv Boelters äußerte sich Thompson nicht. Andere Ermittler sehen Hinweise, dass der 57-Jährige Abtreibungsgegner war und dies seine Taten mit motiviert haben könnte. Sollte er in einem Prozess des Mordes für schuldig befunden werden, könnte ihm nach US-Bundesrecht die Todesstrafe drohen. In Minnesota ist die Kapitalstrafe bereits seit mehr als hundert Jahren abgeschafft, dort droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Was die Anklage in dem Fall letztlich fordern wird, ist noch offen.

15.06.2025

Bekannter Journalist in Saudi-Arabien hingerichtet

 

In Saudi-Arabien ist der Journalist Turki al-Jasser hingerichtet worden. Das saudi-arabische Innenministerium verkündete dies am 14. Juni auf der Plattform X. Zuvor hatte das höchste Gericht des Landes die Todesstrafe bestätigt. Saudi-arabische Behörden warfen al-Jasser Terrorismus und Hochverrat vor. Zudem hätte er auf X Korruptionsvorwürfe gegen die saudische Königsfamilie verbreitet. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York hatten die Behörden ihn schon 2018 verhaftet und seine Arbeitsgeräte beschlagnahmt. In der Haft sei ihm ein Rechtsbeistand verweigert worden, er sei mutmaßlich auf "vielfältige Weise physisch und psychisch gefoltert" worden. Al-Jasser betrieb zwischen 2013 und 2015 einen persönlichen Blog. Dort publizierte er Artikel, in denen es um die Proteste des Arabischen Frühlings (2011), Frauenrechte und Korruption ging. CPJ äußerte sich empört über die Hinrichtung. Das Komitee erklärte, die fehlenden Konsequenzen nach dem Mord an dem "Washington Post"-Kolumnisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul 2018 ermöglichten, dass Journalisten in Saudi-Arabien weiterhin verfolgt werden. Experten der Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Vollzug der Todesstrafe und haben die saudische Regierung wiederholt aufgefordert, die Hinrichtungen zu stoppen. Derweil stieg die Zahl der Exekutionen an, auf etwa 330 im Jahr 2024. Dies seien doppelt so viele wie im Jahr zuvor (172), es sei die höchste Zahl seit Jahrzehnten. 2025 seien in Saudi-Arabien bereits mehr als 100 Menschen hingerichtet worden. Das berichten unter anderem Reuters, AFP und "Newsweek" in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen.

 

Weitere Informationen:

Journalist in Saudi-Arabien gefoltert und hingerichtetHinrichtung von Journalist Turki al-Dschasser löst weltweiten Protest aus

Stephen Stanko
Stephen Stanko

13.06.2025

South Carolina: Stephen Stanko hingerichtet

 

Am Freitagabend wurde im US-Bundesstaat South Carolina der 57-jährige Stephen Stanko mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zweimal zum Tod verurteilt worden, einerseits für die Tötung eines 74-jährigen Freundes von ihm, dessen Bankkonto er anschließend leerte, und andererseits für die Ermordung seiner 43-jährigen Freundin. Danach vergewaltigte er deren Tochter im Teenageralter und schnitt ihr die Kehle auf, doch sie überlebte und sagte im Prozess gegen ihn aus. Die Taten ereigneten sich im Abstand nur weniger Stunden an einem Tag im April 2005. In seinen letzten Worten bat Stanko um Vergebung und darum, nicht ausschließlich nach dem schlimmsten Tag in seinem Leben beurteilt zu werden. Stanko sprach rund dreieinhalb Minuten, bevor ihm eine erste Dosis Pentobarbital verabreicht wurde. Er schien noch etwas zu sagen, wandte sich den Familien der Opfer zu und atmete dann mehrmals schnell, während seine Lippen zitterten - so der Bericht von Augenzeugen. Nach etwa einer Minute schien er nicht mehr zu atmen. Etwa 13 Minuten später bat ein Gefängnisangestellter um eine zweite Dosis Pentobarbital. Etwa 28 Minuten nach Beginn der Hinrichtung wurde er für tot erklärt. Stanko hatte sich eigentlich für die Hinrichtung per Erschießungskommando entschieden. Nachdem die Autopsie des letzten in South Carolina erschossenen Straftäters allerdings ergab, dass keine der drei Kugeln das Herz getroffen hatte, gab Stanko der Giftspritze den Vorzug, obwohl auch diese umstritten ist. Eine Petition für ihn, die von der Organisation South Carolinians for Alternatives to the Death Penalty erstellt wurde, berichtet darüber, dass Stanko eine Hirnschädigung gehabt habe, die laut Experten wahrscheinlich auf zahlreiche Hirnverletzungen zurückzuführen war, darunter eine komplizierte Geburt, ein Schlag auf den Hinterkopf als Teenager, als er einen Klassenkameraden vor einem Angriff schützte, und wiederholte Traumata durch schwere sportbedingte Kopfverletzungen. Stanko sei weder für das Gefängnispersonal noch für andere Insassen eine Gefahr gewesen und habe seine Jahre im Todestrakt produktiv genutzt, um seine Verbrechen zu bereuen, Gottes Vergebung zu suchen, anderen Insassen zu helfen und über seine Erfahrungen zu schreiben, so die Petition weiter.

 

Weitere Informationen:

Petition: Stop the Execution of Stephen Stanko in South Carolina

John Hanson
John Hanson

12.06.2025

Oklahoma: John Hanson hingerichtet

 

Am Donnerstagvormittag wurde der 61-jährige John Hanson im US-Bundesstaat Oklahoma mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Ermordung einer 77-jährigen Frau, die er 1999 zusammen mit einem Komplizen in ihrem Auto überfallen, entführt und schließlich erschossen hatte. Der Vollstreckung des Todesurteils ging ein juristisches Tauziehen voraus. Ein Richter hatte drei Tage zuvor einen Hinrichtungsaufschub verfügt, der zwei Tage später wieder aufgehoben wurde. Hanson sollte bereits im Dezember 2022 hingerichtet werden. Dazu hätte er von einem Bundesgefängnis in Louisiana, in dem er sich damals befand, nach Oklahoma überführt werden müssen. Das verhinderte seinerzeit die Regierung von Präsident Joe Biden. Unter der aktuellen Regierung von Donald Trump wurde die Exekution durch Überstellung John Hansons nach Oklahoma allerdings umgehend ermöglicht. Sein Komplize, der mit lebenslanger Haft davongekommen war, prahlte laut Gerichtsakten später damit, die alte Dame selbst erschossen zu haben. All dies führt zu einem "beunruhigenden Justizirrtum", so Hansons Anwälte. Ihr Mandant leide unter Autismus und sei durch den dominanten Komplizen manipuliert worden. In seinen letzten Worten sprach Hanson von Vergebung und Frieden: "Just forgive me" oder "Just forgiveness" und "Peace to everyone". Während eine Nichte des Opfers, die unter den Zeugen war, das System kritisierte, das 26 Jahre gebraucht hat, um das Todesurteil an Hanson zu vollstrecken, erklärte eine Großnichte des Opfers öffentlich in einer Online-Mahnwache: "Ich habe mein ganzes Leben mit der Trauer verbracht, meine Großtante verloren zu haben, aber ich wollte nie und nimmer und niemals, dass deswegen jemand getötet wird. John Hansons Tod macht meinen Schmerz schlimmer. Ich bin dankbar für alle, die gegen diese unmoralische und schreckliche Form der Bestrafung kämpfen. Ich bin überzeugt, dass durch die Todesstrafe Gewalt nur weiter verbreitet und reproduziert wird. Die Todesstrafe bewirkt keine Heilung für den Schmerz, den die Angehörigen der Opfer erleiden. Mein Vater sieht es genauso - ich weiß, es gibt unterschiedliche Auffassungen dazu, aber viele sehen es wie wir, dass dies eine schreckliche Aktion war, und wir wünschten, John Hanson wäre noch am Leben."

 

Weitere Informationen:

Ex*cution Vigil for #JohnHanson

11.06.2025

Iran: Elfte Hinrichtung im Zusammenhang mit Massenprotesten

 

Ein Mann wurde im Iran hingerichtet, drei Jahre nachdem er während der landesweiten Anti-Regierungs-Proteste im Jahr 2022 festgenommen worden war. Mojahed Kourkouri, auch bekannt als Abbas Kourkouri, war nach Angaben der Justizagentur Mizan wegen bewaffneter Angriffe und Mitgliedschaft in einer "rebellischen Gruppe" zum Tod verurteilt. Er wurde beschuldigt, während der Proteste in der Stadt Izeh sieben Menschen getötet zu haben, darunter einen neunjährigen Jungen. Dessen Familie sagte, er sei von Sicherheitskräften getötet worden, aber die Behörden behaupteten, ein "Randalierer" habe ihn erschossen. Amnesty International sagte, Kourkouri sei gefoltert worden und sein Prozess sei "grob unfair" gewesen. Kourkouri ist der elfte bekannte Hingerichtete im Zusammenhang mit den Protesten, die durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini ausgelöst wurden, die im September 2022 in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden war, weil sie angeblich ihren Hidschab "unangemessen" getragen hatte. Die Ankündigung der Justiz, dass Kourkouri hingerichtet worden sei, löste Empörung unter Menschenrechtsgruppen aus. Amnesty International bezeichnete den Prozess gegen Kourkouri als unfair, da ihm der Zugang zu einem unabhängig gewählten Anwalt verweigert worden sei und seine Geständnisse, die in den iranischen Staatsmedien ausgestrahlt worden seien, erzwungen gewesen seien. Nach seiner Festnahme sei Kourkouri in Einzelhaft gehalten und wiederholt gefoltert und misshandelt worden. Der letzte Mensch, der im Zusammenhang mit den Protesten von 2022 hingerichtet wurde, war Reza Rasaei im August letzten Jahres.

 

Weitere Informationen:
Hinrichtungen im IRAN

Gregory Hunt
Gregory Hunt

10.06.2025

Alabama: Gregory Hunt hingerichtet

 

Am Dienstagabend wurde im US-Bundesstaat Alabama der 65-jährige Gregory Hunt per Stickstoff-Hypoxie hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt, weil er nach Überzeugung der Geschworenen 1988 eine 32-jährige Frau, mit der er vier Wochen zuvor auszugehen begonnen hatte, sexuell missbrauchte und ermordete. Hunt selbst bestritt den Missbrauch - was ihm das Todesurteil erspart hätte. Er sei alkoholisiert gewesen und habe unter Drogeneinfluss gestanden in der Nacht der Tat. Hunt hatte aufgrund seines gewalttätigen und missbrauchenden Vaters und seiner Unterbringung in Pflegefamilien eine traumatische Kindheit. Es wurden jedoch keine Zeugen präsentiert, die diese Behauptung stützen konnten, die auch zu seinem frühen Drogenkonsum beigetragen haben soll. In den Jahrzehnten im Todestrakt hat Hunt sich zu einer Art Pastor für seine Mitgefangenen entwickelt. "Ich versuche nur, ein Licht in der Dunkelheit zu sein und den Menschen zu zeigen, dass sie sich ändern können, wenn ich es kann. Dass sie Menschen der Liebe statt des Hasses werden können“, sagte er einem NBC-Bericht zufolge. Es war die sechste Hinrichtung, die in den USA mit Stickstoff durchgeführt wurde. Augenzeugen vorheriger Exekutionen mit dieser Methode waren verstört und entsetzt über das, was sie sahen. In Hunts Fall wurden seine Anwälte nicht als Zeugen zugelassen, wie Insider in einer Online-Mahnwache berichteten. Die Antragsdokumente seien nicht in Ordnung gewesen - obwohl sie nachweislich rechtzeitig zugestellt wurden.

Anthony Wainwright
Anthony Wainwright

10.06.2025

Florida: Anthony Wainwright hingerichtet

 

Am Dienstagabend wurde der 54-jährige Anthony Wainwright durch den US-Bundesstaat Florida mit einer tödlichen Injektion hingerichtet. Er war zum Tod verurteilt für die Ermordung einer 23-jährigen Frau im Jahr 1994. Zusammen mit seinem Komplizen Richard Hamilton war er aus einem Gefängnis in North Carolina ausgebrochen. Mit einem gestohlenen Wagen waren sie nach Florida gefahren, wo das Auto seinen Geist aufgab. Auf einem Supermarkt-Parkplatz überfielen sie ihr Opfer, entführten die junge Frau, vergewaltigten und töteten sie schließlich. Auch Hamilton wurde zum Tod verurteilt; er starb jedoch im Januar 2023 im Alter von 59 Jahren eines natürlichen Todes. Wainwrights aktuelle Anwältin wies auf die mangelhafte Verteidigung ihres Mandanten durch seine Pflichtverteidiger in allen Instanzen des Prozesses hin - ohne Erfolg. So rief sein ursprünglicher Anwalt in der Strafzumessungsphase des Prozesses nur einen Zeugen auf und teilte den Geschworenen so gut wie nichts über Wainwright mit, was zu einem milderen Urteil hätte führen können. Und eine Berufung am Bundesberufungsgericht von Florida fand schlicht nicht statt, weil Wainwrights Anwalt trotz anderslautender Zusage den Antrag erst sechs Tage nach Fristablauf einreichte. Am Ende fand sich eine Anwältin, die ihn kostenfrei vertrat, nachdem er seinen vom Gericht bestimmten Anwalt 10 Jahre nicht gesehen hatte und dieser sich weigerte, etwas für seinen Mandanten zu unternehmen. Wainwright nannte in seinem letzten Statement seinen Verteidiger namentlich und bezeichnete ihn als schlechtesten Anwalt Floridas.

 

Weitere Informationen:

Statement on the Execution of Anthony Wainwright (FADP)

Anthony Wainwright's last words, shared with FADP by his spiritual advisor...

03.06.2025

USA: Trumps Justizministerium untersucht von Joe Biden verfügte Begnadigungen

 

Ein hochrangiger Beamter im Justizministerium des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump teilte Mitarbeitern am Montag mit, dass er angewiesen worden sei, die Begnadigungen zu untersuchen, die der Demokrat Joe Biden in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft Mitgliedern seiner Familie und 37 zum Tod verurteilten Häftlingen gewährt hatte. Ed Martin, der Begnadigungsbeauftragte des Justizministeriums, schrieb in einer E-Mail, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, dass die Untersuchung klären soll, ob Biden "handlungsfähig war und ob andere ihn durch den Einsatz eines AutoPen oder anderer Mittel ausgenutzt haben". Ein Autopen ist ein Gerät, mit dem automatisch eine Unterschrift auf ein Dokument gesetzt wird. Die US-Verfassung gibt dem Präsidenten weitreichende Befugnisse, Begnadigungen zu erteilen, um strafrechtliche Verurteilungen auf Bundesebene aufzuheben, oder Strafen zu mildern. Trump selbst hat von dieser Möglichkeit der Begnadigung ausgiebig Gebrauch gemacht. So begnadigte er am 20. Januar alle fast 1.600 seiner Anhänger, die im Zusammenhang mit dem Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 strafrechtlich verfolgt wurden. Die Untersuchung scheint darauf ausgerichtet zu sein, das Justizministerium zu nutzen, um Fragen zu Bidens Gesundheit und geistiger Leistungsfähigkeit zu verstärken. Diese Diskussion hat sich in den letzten Wochen nach seiner Krebsdiagnose und der Veröffentlichung eines neuen Buches, das die Besorgnis der Demokraten über Bidens Zustand im letzten Jahr offenbart, intensiviert. Bidens engste Berater haben diese Bedenken zurückgewiesen und erklärt, Biden sei voll und ganz in der Lage gewesen, wichtige Entscheidungen zu treffen.

03.06.2025

Indonesien: Drei Briten droht Todesstrafe für Drogenschmuggel

 

Drei britische Staatsangehörige, denen vorgeworfen wird, über zwei Pfund Kokain im Wert von schätzungsweise 368.000 Dollar nach Indonesien geschmuggelt zu haben, wurden am Dienstag vor einem Gericht auf der Touristeninsel Bali angeklagt. Nach den strengen Drogengesetzen des Landes droht ihnen die Todesstrafe. Jonathan Christopher Collyer (28) und Lisa Ellen Stocker (29) wurden am 1. Februar festgenommen, nachdem Zollbeamte sie am Röntgengerät angehalten hatten, weil sie in ihrem Gepäck verdächtige Gegenstände gefunden hatten, die als Lebensmittelverpackungen getarnt waren. Zwei Tage später verhafteten die Behörden den 31-jährigen Phineas Ambrose Float nach einer von der Polizei inszenierten kontrollierten Lieferung, bei der die beiden anderen Verdächtigen ihm die Drogen auf dem Parkplatz eines Hotels in Denpasar übergaben. Er wird separat vor Gericht gestellt. Die Gruppe habe bereits zweimal erfolgreich Kokain nach Bali geschmuggelt, bevor sie bei ihrem dritten Versuch gefasst wurde, sagte der stellvertretende Direktor der Drogenfahndung der Polizei von Bali während einer Pressekonferenz im Februar. Nachdem die Anklage gegen die drei Angeklagten verlesen worden war, vertagte das dreiköpfige Richtergremium die Verhandlung auf den 10. Juni, wenn das Gericht Zeugenaussagen hören wird. Nach Angaben des Ministeriums für Einwanderung und Strafvollzug sitzen in Indonesien etwa 530 Menschen, darunter 96 Ausländer, in der Todeszelle, überwiegend wegen Drogenverbrechen. Die letzten Hinrichtungen in Indonesien, an einem Indonesier und drei Ausländern, wurden im Juli 2016 vollstreckt. Die Regierung des indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto hat in den letzten Monaten mehrere hochrangige Häftlinge, die alle wegen Drogendelikten verurteilt worden waren, in ihre Heimatländer zurückgeführt, darunter Serge Atlaoui (Frankreich), Mary Jane Veloso (Philippinen) und fünf Mitglieder der "Bali Nine" genannten Drogenbande (Australien).

02.06.2025

Idaho renoviert Hinrichtungskammer für Erschießungskommandos

 

Idaho wird mehr als 900.000 Dollar für die Renovierung seiner Hinrichtungskammer ausgeben, um diese für die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando als primäre Methode anzupassen, wie Vertreter der staatlichen Strafvollzugsbehörde gegenüber der Zeitung Idaho Statesman erklärten. Die Gefängnisbehörde Idaho Department of Corrections geht davon aus, dass das Projekt zwischen sechs und neun Monaten dauern wird. Durch diese Bauarbeiten wird die Hinrichtungskammer, auch für tödliche Injektionen, außer Betrieb genommen, sodass das staatliche Gefängnissystem alle möglichen Hinrichtungen bis Anfang 2026 aussetzen muss. Wenn das neue Gesetz in Idaho nächstes Jahr in Kraft tritt, wird der Bundesstaat der einzige in den USA sein, der das Erschießungskommando als Hauptmethode der Hinrichtung einsetzt. Vier weitere Bundesstaaten – Utah, Oklahoma, South Carolina und Mississippi – haben das Erschießungskommando ebenfalls als Option, aber keiner von ihnen wendet es als primäre Methode an. Bemerkenswert ist, dass South Carolina seine Hinrichtungskammer im Jahr 2022 für 54.000 Dollar umgebaut hat, um ein Erschießungskommando einzurichten, und in diesem Jahr zwei Gefangene mit dieser Methode hingerichtet hat. Dies war die erste Anwendung des Erschießungskommandos in den USA seit fast 15 Jahren. Die geschätzten Baukosten in Idaho haben demzufolge Kritik von Gesetzgebern hervorgerufen. Der Abgeordnete John Gannon (Demokrat aus Boise) äußerte während der Debatte über den Gesetzentwurf seine Besorgnis und erklärte: "Die Kosten dafür werden beträchtlich sein. Für eine Million Dollar kann man ein wunderschönes Herrenhaus bauen, und ich weiß nicht, warum eine Einrichtung für ein Erschießungskommando so viel kostet." Der Vorstoß für diese Gesetzesänderung kam, nachdem Idaho im Februar 2024 zum ersten Mal die Hinrichtung eines Gefangenen nicht vollstrecken konnte. Gefängnisbeamte versuchten, Thomas Creech, den am längsten inhaftierten Todestraktinsassen des Bundesstaates, hinzurichten, konnten jedoch keine geeignete Vene für die tödliche Injektion finden. Acht weitere wegen Mordes verurteilte Personen, darunter eine Frau, bilden den Rest der Todestraktinsassen in Idaho. Erst vor drei Wochen wurde bekannt, dass Idaho 200.000 Dollar für Hinrichtungschemikalien verschwendet hat, die mittlerweile ungenutzt abgelaufen sind.

01.06.2025

Mindestens 163 Hinrichtungen in den Gefängnissen Irans im vergangenen Monat

 

Mindestens 163 Gefangene wurden im Mai 2025 in den Gefängnissen der Islamischen Republik Iran hingerichtet – ein starker Anstieg um 143 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 67 Hinrichtungen dokumentiert wurden. Das Statistik- und Dokumentationszentrum der Menschenrechtsorganisation Hengaw hat die Identität von 157 der Hingerichteten bestätigt; die Identitäten von sechs weiteren Fällen befinden sich noch in Klärung. Unter den Hingerichteten befand sich auch ein politischer Gefangener, Pedram Madani aus Teheran, der wegen Spionage für Israel zum Tod verurteilt worden war. Mindestens fünf Frauen wurden in verschiedenen Gefängnissen hingerichtet – jeweils eine in Qazvin, Damghan, Gorgan, Schiras und Ghezel Hesar (Karadsch). Drei von ihnen waren wegen Tötungsdelikten, zwei wegen Drogenvergehen verurteilt worden. Ein jugendlicher Straftäter, Mohammadreza Sabzi, ein 20-Jähriger aus Malayer, wurde im zentralen Gefängnis der Stadt hingerichtet. Er war wegen eines Mordes verurteilt worden, den er im Alter von 16 Jahren begangen hatte. Von den 163 Hinrichtungen im Mai wurden nur sechs offiziell durch iranische Staatsmedien oder justiznahe Webseiten gemeldet. Zudem wurden vier Hinrichtungen heimlich durchgeführt, ohne Vorwarnung an die Familien oder Gelegenheit zu einem letzten Besuch. Der größte Teil der Exekutionen beruht etwa je zur Hälfte auf Tötungsdelikten oder Drogenvergehen. Gemessen an der Bevölkerungszahl vollstreckt der Iran weltweit die meisten Todesurteile.

 

Weitere Informationen:

Iran Human Rights Monitor: May 2025 Report

Intensification of Execution Crisis in Iran: At Least 152 Executed in May

Hinrichtungen im IRAN

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